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Einführung in das Dashboarding mit dem Google Data Studio

Der Vorteil des Online-Marketings im Vergleich zur Offline-Werbung ist die deutlich bessere Messbarkeit der Wirksamkeit von Marketing-Maßnahmen. So lassen sich die eigenen strategischen Entscheidungen leichter anhand von Daten ableiten. Wenn die generierte Datenmenge allerdings so rasant ansteigt, dass es schwierig ist die relevantesten Kennzahlen erkennen zu können, führt die bessere Messbarkeit auch schnell zu Fehlentscheidungen. Mit dem Data Studio stellt Google seinen Kunden ein kostenloses Tool zur Verfügung, welches eine einfache Aufbereitung großer Datenmengen in übersichtlicher Form zulässt.

Abb. 1: Beispiel Template

Das Google Data Studio ist seit dem Sommer letzten Jahres in einer Beta Version für alle Nutzer zugänglich. Mit der automatisierten Reporting-Tool-Lösung lassen sich Online-Marketing Daten komprimiert auswerten und übersichtlich darstellen. Durch das Tool kann der Zeitaufwand einer langwierigen manuellen Aufbereitung von Daten gespart werden. Zusätzlich bietet es den Vorteil beispielsweise gegenüber dem Dashboarding in Google Analytics, dass Daten aus zahlreichen Plattformen kombiniert werden können. Der Datenexport ist aus den folgenden Plattformen möglich:

Durch die Zusammenführung der Daten aus den verschiedenen Quellen vergrößert sich die Datengrundlage und die Identifizierung von Trends wird vereinfacht. Strategische Entscheidungen lassen sich anhand einer größeren Datenmenge treffen. Zusätzlich bietet das Data Studio im Vergleich zum Dashboarding in Google Analytics einen wesentlich größeren Gestaltungsspielraum.

Im Folgenden wollen wir eine kurze Einführung in das Tool geben und die ersten Schritte zur Auswertung von Daten mit Hilfe des Data Studios genauer erläutern. Um den Fokus dieses Beitrags nicht zu groß werden zu lassen, konzentrieren wir uns größtenteils auf die Auswertung von AdWords Kampagnen.

1. Verknüpfung der Datenquellen

Die Anmeldung zum Google Data Studio ist unter diesem Link mit einem Google Konto kostenlos möglich. War der Login erfolgreich, kann im Interface ein neuer Report erstellt oder eine Template-Vorlage genutzt werden. Wollen wir einen neuen Report erstellen, besteht der erste Schritt darin die Datenquellen mit dem Tool zu verknüpfen. Dazu wählen wir im neu geöffneten Report den Button „Neue Datenquelle erstellen“.

Abb. 2: Neue Datenquelle erstellen

Möchten wir nun Daten aus Google Analytics importieren, wählen wir die gewünschte Datenansicht, aus der die Daten importiert werden sollen, aus. In der nachfolgenden Ansicht können wir die Felder, die importiert werden, einsehen und bearbeiten. Es lassen sich Feldnamen bearbeiten, die Formatierung ändern oder der Import für bestimmte Felder deaktivieren. Ebenso lassen sich benutzerdefinierte Felder berechnen. So kann es für die Auswertung von AdWords Kampagnen beispielsweise sinnvoll sein die KUR als benutzerdefiniertes Feld hinzuzufügen. Sind alle Feldeinstellungen wie gewünscht getroffen, kann die Datenquelle über den Button „Zum Bericht hinzufügen“ im Report genutzt werden.

2. Einfügen von Diagrammen

Sind erst einmal die gewünschten Datenquellen mit einem Bericht verknüpft, offenbart sich der riesige Gestaltungsspielraum, den das Google Data Studio dem Nutzer zur Auswertung der Daten einräumt. Das karierte weiße Blatt kann sehr individuell mit den verschiedensten Abstraktionen gefüllt werden. Zur Verfügung stehen Tabellen, Kurzübersichten, Landkarten und Diagramme. Diese können nach den eigenen Wünschen auf dem Blatt eingefügt, verschoben und mit Daten gefüllt werden.

Das Einfügen und Bearbeiten der Elemente in einem Bericht gestaltet sich simpel. Angenommen wir sind an einem monatsweisen Verlauf der AdWords Kosten und Transaktionen innerhalb des letzten Jahres interessiert. So finden wir unter „Einfügen“ und „Zeitreihe“ das passende Diagramm dafür. Durch einen Klick auf „Zeitreihe“ können wir innerhalb des Berichts den gewünschten Bereich für das Diagramm auswählen. Rechts öffnet sich eine Sidebar, in der die Daten justiert werden können.

Abb. 3: Datenkonfiguration Zeitreihen Diagramm

Entsprechend unserem Interesse an einer monatlichen Auswertung des vergangenen Jahres wählen wir unter „Dimension“ Monat und unter „Standardzeitraum“ das vergangene Jahr. Da wir uns ein Urteil über die Entwicklung der Kosten und Transaktionen bilden wollen, wählen wir diese beiden Kennzahlen unter „Messwerte“ aus. Als letztes beschränken wir unsere Sicht auf die Transaktionen über AdWords, indem wir einen Filter mit Quelle Medium = google / cpc hinzufügen.

Ist es gelungen, dass die Daten wie gewünscht in das Diagramm übergeben werden, kann der Stil der Grafik angepasst werden. Hierzu nutzen wir den Reiter „Stil“ in der rechten Sidebar. Haben wir auch dort alle Anpassungen zur eigenen Zufriedenheit getroffen, lässt sich das Diagramm frei auf der Berichtsseite verschieben, vergrößern oder verkleinern.

Abb. 4: Zeitreihen Diagramm

Es besteht die Möglichkeit zahlreiche weitere Diagrammtypen mit Hilfe des Google Data Studios zu erstellen. Zur Auswahl stehen Balkendiagramme, Kombinationsdiagramme, Kreisdiagramme, Streudiagramme oder Bullet-Diagramme. Auch die Auswertung regionaler Daten anhand von Landkarten ist möglich.

3. Einfügen von Tabellen

Das Einfügen von Tabellen gelingt über die Reiter „Einfügen“ und „Tabellen“. Die Art und Weise der Bearbeitung gestaltet sich ähnlich zu den Diagrammen. Zunächst bestimmen wir den Bereich, in dem wir die Tabelle einfügen wollen. Ist dies gelungen, können wir in der Sidebar „Daten“ erneut die Details zum Datenimport regulieren. Die Anwendungsmöglichkeiten der Tabellenfunktionen im Google Data Studio sind vielschichtig. Angenommen uns ist beispielsweise in einem AdWords Konto aufgefallen, dass für mehrere Keywords die Keyword-Optionen sehr unterschiedlich performen. Wir möchten deshalb die aggregierten Kosten und Umsätze für die Keyword-Optionen aller Keywords genauer analysieren, um die kostentreibenden Keyword-Optionen zu identifizieren. Dies ist über eine Tabelle im Google Data Studio sehr einfach und übersichtlich möglich.

Um die gewünschten Ergebnisse zu erhalten, wählen wir als Dimension in den Dateneinstellungen „Keyword-Option“ aus. Als Messwerte „Kosten“, „Umsatz“ und den berechneten Messwert „KUR“. Mit diesen Einstellungen erhalten wir eine Tabelle, mit deren Hilfe wir die aggregierten Kosten und Umsätze der verschiedenen Keyword-Optionen ablesen können.

Abb. 5.: Tabelle Keyword-Optionen

4. Einfügen von Kurzübersichten

Weitere nützliche Elemente, welche einem Google Data Studio Bericht hinzugefügt werden können, sind die Kurzübersichten. Diese bieten die Möglichkeit die wichtigsten KPIs übersichtlich darzustellen, sodass sie schnell interpretiert werden können. Zu finden sind sie unter „Einfügen“ und „Kurzübersicht“. Gleich den vorherigen Berichtselementen lassen sich die Daten in dem rechten Sideboard konfigurieren. Ist dies geschehen, sind die wichtigsten Daten schnell für den Nutzer ersichtlich.

Abb. 6: Kurzübersicht KPIs

In die Kurzübersichten können auch Vergleiche mit vorherigen Zeiträumen eingefügt und rot bzw. grün hinterlegt werden. So lässt sich die Entwicklung der KPIs zügig beurteilen. Als Vergleichszeiträume ist es möglich den vorherigen Zeitraum oder das Vorjahr auszuwählen.

Jedem Bericht kann zudem eine interaktive Zeitraumsteuerung hinzugefügt werden. Durch diese bietet sich dem Nutzer die Möglichkeit die Zeiträume aller hinzugefügten Elemente, egal ob Diagramme, Tabellen oder Kurzübersichten, durch einen Klick zu verändern. Das Feature beschreibt einen entscheidenden Vorteil gegenüber eines Berichts im PDF-Format. Ebenso können Filter hinzugefügt werden, wodurch der Nutzer sich die Daten nur für ausgewählte Segmente anschauen kann. So wäre es beispielsweise möglich sich ausschließlich die Daten der mobilen Nutzer anzeigen zu lassen oder nur Nutzer einer bestimmten Region zu betrachten. Ebenfalls vorhanden sind statische Elemente zum Erstellen von Überschriften und Beschreibungen.

5. Fazit

Das Google Data Studio stellt ein sehr einfach zu bedienendes Tool dar, um E-Commerce Statistiken übersichtlich zu reporten. Es bietet den Vorteil, dass die Daten aus zahlreichen Plattformen gezogen werden können. Ebenso sind alle relevanten Darstellungsoptionen vorhanden und einfach zu generieren. Das Einfügen von einer Zeitraumsteuerung und Filtern ermöglicht eine interaktive Anpassung des Reports. Im Gegensatz zu PDF Berichten hat der Betrachter dadurch wesentlich mehr Möglichkeiten für eine eigene Auswertung der Statistiken. Gegenüber den Dashboarding-Möglichkeiten in Google Analytics bietet die Berichterstellung deutlich mehr Gestaltungsspielraum. Außerdem kann im Vergleich dazu auch auf Daten anderer Plattformen zurückgegriffen werden. Alles in allem ist das Google Data Studio somit das optimale Tool, um die wichtigsten Daten prägnant und auf den Punkt für Vorstandssitzungen o.ä. aufzubereiten. Für tiefgründigere Analysen sollten die Auswertungen in Google Analytics bevorzugt werden.