Smarketer - AdWords Agentur

Die AdWords-App für iOS

Nachdem Nutzer des Google eigenen Mobile-OS bereits seit Anfang 2015 eine App für AdWords nutzen können, kommen rund ein Jahr später endlich auch iOS-Nutzer in den Genuss. Für wen und für was die iOS-App nützlich ist und welche Erwartungen eher enttäuscht werden, erfahren Sie in diesem Blogbeitrag.

Die App im Überblick

Im App-Store bezeichnet Google die kostenlose App selbst als ideale Ergänzung zu einem bestehenden AdWords-Konto. Sie soll dem Nutzer jederzeit und überall einen schnellen Überblick über die Kontenleistung liefern und die Kontrolle über die AdWords-Werbung geben.

Die Kernfeatures der App listet Google wie folgt:

 Einfachste Einrichtung

Nach der Installation können Sie sich mit den Anmeldedaten Ihres AdWords-Accounts einloggen. Die App ist dann sofort einsatzbereit, es sind keine weiteren Einstellungen erforderlich.

Abb. 1: Unkomplizierte Einrichtung der App.

 

Abb. 2: Nur die Login-Daten des AdWords-Accounts sind nötig.

 

Nutzer, die gleich mehrere Accounts mit der App verknüpfen wollen, können einfach einen oder mehrere weitere Logins hinzufügen. Später lässt sich leicht zwischen den Nutzern, bzw. den unterschiedlichen Accounts wechseln.

Abb. 3: Die App unterstützt mehrere Accounts gleichzeitig.

 

Somit ist die App nicht nur für Nutzer geeignet, die einen einzelnen AdWords-Account managen. Da neben dem Login mehrere Accounts auch die Struktur von My Client Center (MCC) dargestellt werden, ist die App auch interessant für Inhaber größerer Accounts oder Agentur-Mitarbeiter, die gleich mehrere Unternehmen betreuen.

Die Startseite der App

Nutzer, die mehrere Konten betreuen, bekomme beim Öffnen der App eine einfache, aber übersichtliche Auflistung aller MCCs und Konten.

Abb. 4: Mehrere Accounts werden übersichtlich aufgelistet.

 

Durch Klick auf eines der Konten, öffnet sich das Konten-Dashboard. Verwalten Sie nur ein einzelnes Konto mit Ihrem eingeloggten AdWords-Account, bekommen Sie auf der Startseite der App gleich das AdWords-Dashboard angezeigt.

Abb. 5: Das Dashboard liefert eine Übersicht der wichtigsten KPIs.

 

Sehr nützlich ist die schnelle grafische Übersicht der wichtigsten AdWords-KPIs. Der Betrachtungszeitraum lässt sich an gewohnter Stelle oben rechts einstellen, wenn Sie auf das Bleistift-Symbol klicken.

Wovon Google an dieser Stelle leider abgesehen hat, ist die Anpassbarkeit der dargestellten KPIs. Benutzerdefinierte Werte, bspw. für bestimmte Conversion-Ziele, können im Dashboard nicht angezeigt werden.

Gleich unterhalb des Graphen blendet Google sehr auffällig die Werbechancen ein. Nutzer, die gerne Empfehlungen zur weiteren Optimierung ihres AdWords-Accounts bekommen, können hier schnell per Wischgeste durch verschiedene Empfehlungen swipen.

Details zu den Optimierungsvorschlägen erhalten Sie durch einfaches Antippen der jeweiligen Empfehlung. Die Vorschläge zur Optimierung der Kampagnen können direkt aus der App heraus übernommen werden. Für einige Nutzer sicherlich eine bequeme Lösung für die schnelle Optimierung zwischendurch.

Abb. 6: Werbechancen können einfach angewandt werden.

 

Unterhalb der Werbechancen können Sie direkt zu verschiedenen Ebenen Ihres Accounts, wie den Kampagnen oder Anzeigen navigieren.

Abb. 7: Schnelle Navigation zu allen Bereichen eines Accounts.

Die Kontenebenen

Das Layout der Ebenen, egal ob Kampagnen, Anzeigengruppen, Keywords oder Anzeigen, ist immer das gleiche. Die Anwendung der App bleibt so auch bei großen Accounts sehr intuitiv und übersichtlich.

Abb. 8: Standard-KPIs werden in gewohntem Layout präsentiert.

 

Pausierte Elemente können ein- und ausgeblendet werden. Auf dem mobile Screen sicherlich ein must have. Sämtliche spalten können auch wie vom Interface gewohnt durch Tippen auf den entsprechenden Spalten-Titel sortiert werden.

Standardmäßig hat Google die wichtigsten KPIs bereits der Liste hinzugefügt. Nutzer, die noch die eine oder andere Spalte vermissen, können diese über das Spalten-Symbol am oberen Bildschirmrand schnell hinzufügen.

Abb. 9: Spalten lassen sich schnell hinzufügen und entfernen.

 

Wie schon im Dashboard auf der Startseite, hat Google leider auch hier keine Lösung geschaffen, um bspw. benutzerdefinierte Spalten einzublenden. Selbst aus Analytics importierte Werte wie die Absprungrate sind über die App nicht zugänglich. Man muss also mit den Standardwerten auskommen, was vielleicht nicht in jeder Situation zufriedenstellend ist.

Durch Tippen auf eine Kampagne oder Anzeigengruppen bekommen Sie wiederum eine grafische Darstellung der jeweiligen Kampagnen-, bzw. Anzeigengruppenleistung angezeigt. Selbst sehr detailliertes Arbeiten im Account ist so schnell und intuitiv möglich.

Abb. 10: Nicht nur auf Kontenebene gibt es übersichtliche Grafiken.

Änderungen im Account vornehmen

Die App gibt Kontrolle über die kleinsten Ebenen im Konto. Ein detailliertes Arbeiten ist aber nicht nur möglich, sondern bleibt tatsächlich die einzige Weise Änderungen im Account durchzuführen. Filteroptionen, mit denen auf einen Schlag die Gebote sämtlicher Anzeigengruppen geändert werden können, die bestimmten Kriterien entsprechen, gibt es nämlich nicht. Selbst Kampagnen müssen einzeln pausiert werden. Im Notfall ein komplettes Konto pausieren zu müssen wird so mitunter zu einer längeren Beschäftigung.

Von dieser Einschränkung abgesehen sind Änderungen am Status einer Kampagne oder im Gebot einer Anzeigengruppe denkbar einfach. Befinden Sie sich etwa auf Ebene einer Anzeigengruppe, kann über Tippen auf „Bearbeiten“ der Status oder das Gebot geändert werden.

Abb. 11: Grundlegende Änderungen können schnell vorgenommen werden.

 

Gebot und Status sind aber abgesehen vom Tagesbudget und dem Namen auch auf Kampagnenebene die einzigen Änderungen, die mit der App durchführbar sind. Auslieferungsmethoden, Ausrichtungskriterien oder etwa Gebotsanpassungen im Werbezeitplaner sind nicht möglich.

Kontakt zum Google Support

Sehr gut gelöst ist die Integration des Google Supports. Mit einem Klick auf „Hilfe“ in der Hauptnavigation, bekommt man neben verschiedenen Hilfethemen gleich die Möglichkeit dem Support eine E-Mail zu schreiben.

Abb. 12: Die Hilfe ist über das Hauptmenü der App aufrufbar.

 

Abb. 13: Eine E-Mail an den Support lässt sich aus der App heraus schreiben.

 

Eine Anfruf- oder Chat-Integration lässt indes noch auf sich warten. Das sollte sich aber in aller Regel nicht als besonders großer Nachteil der App auswirken.

Fazit und Praxis-Erfahrung

Nach mittlerweile einigen Wochen der Nutzung erwies sich die App zumindest im Agentur-Alltag als sehr hilfreich, wenn auch noch ein paar kleinere Wünsche offenbleiben.

Besonders für Agenturen und größere Unternehmen dürften Statistiken auf MCC-Ebene von Interesse sein. Diese sind bislang nur auf Kontenebene abrufbar. Ebenso interessant für diese Nutzergruppe wären Änderungsmöglichkeiten in größerem Umfang. Filter und Mehrfachauswahl sind vermutlich einer optimierten Bedienbarkeit zum Opfer gefallen. Zumindest in einer iPad-Version sollten diese Funktionen aber zumindest optional zuschaltbar sein.

Abgesehen von spezifischen Funktionen wäre ein Passwort-Schutz oder die Nutzung von Apples Touch ID sicherlich sinnvoll. Ähnlich wie eine Banking-App möchte man schließlich auch seine AdWords-Accounts so gut wie möglich geschützt wissen. Eine einfache Lösung hierzu wäre schon durch einen Log-out Button gegeben, den es aber nicht gibt.

Am Ende erwies sich die App aber als sehr intuitiv. Die Bedienung und Funktion ist stets schnell und flüssig. Die AdWords-App ist DIE Lösung für Nutzer, welche zwischen zwei Meetings, auf einer Reise oder am Wochenenden nochmal schnell die Leistung einer neuen Kampagne prüfen wollen. Im Handumdrehen können Budgets erhöht oder Anzeigengruppen pausiert werden. Vielleicht wollen Sie aber auch einfach Ihre Neugierde bezüglich der Leistung einer neuen Kampagne befriedigen.