Smarketer - AdWords Agentur

Google Shopping – Mehr Kontrolle über Produkt-Ausspielung

Das Weihnachtsgeschäft steht unmittelbar vor der Tür. Jetzt ist der ideale Zeitpunkt durchzustarten. Gerade Google Shopping, als einer der stärksten Performance-Kanäle bei Google AdWords, sollte reibungslos funktionieren, um den höchstmöglichen Weihnachtsumsatz zu realisieren.  Hierfür ist es umso wichtiger, dass Sie kontinuierlich überwachen und sicherstellen können, dass Ihr gesamtes Sortiment bei Google Shopping angeboten wird.

Laut einer Google Studie werden rund 17% der am häufigsten angeklickten Produkte aller Werbetreibenden nicht beworben, aufgrund von Produktablehnungen.

Seit einigen Wochen stehen über das AdWords-Interface neue Berichte zum Produktstatus der Shopping-Artikel zur Verfügung. Durch diese Berichte können Sie mit einem Blick in Ihrem AdWords Konto aktuelle Informationen über den Status Ihres Shopping-Inventars einsehen.

Sie haben die Möglichkeit sich über den Tab „Produkte“ den „Produktstatus“ einblenden zu lassen. Dadurch erhalten Sie Informationen über die Ausspielung und Ablehnung Ihrer Produkte bei Google Shopping. Zudem werden über die Spalte „effektiver max. CPC“ Handlungsempfehlungen von Google zum optimierten Klickpreis gegeben.

Abb. 1: Leistungsdaten auf Produktebene

Nach der Einreichung von Produkten über das Google Merchant Center-Konto, werden diese Artikel auf Anforderungen des Feeds, Richtlinien und Datenqualität geprüft und bei Erfüllung freigegeben. Über den Tab „Produktgruppen“ im AdWords Interface können Sie Informationen über Ihr Inventar abrufen. Hier sehen Sie, welche Produkte in Ihrem Feed aktualisiert werden müssen, damit diese in den Shopping Kampagnen berücksichtigt werden.

Der Status des Inventars wird in folgenden Spalten dargestellt:

Abb. 2: Google Shopping Produktinventar

Automatische Artikelupdates

Um abgelehnten Produkten und dem Verlust potentieller Umsätze bei Google Shopping vorzubeugen, haben Sie die Möglichkeit automatische Artikelupdates für Ihren Shopping-Feed einzurichten. Sobald Sie diese Funktion im Merchant Center aktiviert haben, können Ihre Artikel über schema.org-Mikrodaten für Google Shopping aktualisiert werden.

Wenn Sie z.B. Schuhe für 59,95€ im Daten-Feed hinterlegt haben, diese jedoch durch eine Preisänderung in Ihrem Shop aktuell für 49,95€ angeboten werden, wird durch das automatische Artikelupdate das Produkt auch im Feed zum aktuellen Preis hinterlegt und somit nicht abgelehnt. Derzeit sind automatische Updates nur für Preis- und Verfügbarkeitsanpassungen möglich.

Durch automatische Artikelupdates haben Sie als Werbetreibender die Möglichkeit die Nutzererfahrung Ihrer Kunden deutlich zu verbessern. Sie erhalten zudem eine höhere Ausspielung Ihrer Shopping Anzeigen und steigern Ihre Conversion-Rate, da die User die aktuellen Preise und die verfügbaren Produkte bei Shopping sehen.

Wenn jedoch die Menge der Produkte mit falschen Angaben zu Preisen und Verfügbarkeit von der Webseite zum Shopping-Feed zu groß werden, wird Ihr Konto gesperrt. Die Anpassungen sollten nicht mehr als 10% Ihrer Produkte betreffen.

Wichtig zu wissen ist, dass die Updates weder Ihren Datenfeed, noch deren kontinuierliche Aktualisierung ersetzen. Hierbei werden ausschließlich für einen kleinen Prozentsatz Ihrer Shopping-Artikel Abweichungen von Preis und Verfügbarkeit im Tagesverlauf angepasst.

Abb. 3: Nutzung Automatischer Artikelupdates

Schritte zur Nutzung von automatischen Artikelupdates

  1. Implementierung von „schema.org-Mikrodaten“

Zur Nutzung von automatische Artikelupdates ist es notwendig, dass Sie gültige schema.org-Mikrodaten auf der Zielseite Ihrer Artikel implementieren. Falls diese ungültig sind, kann keine Aktualisierung stattfinden und die Artikel werden vorübergehend abgelehnt.

Eine Anleitung zur korrekten schema.org Implementierung finden Sie hier.

Einschränkungen bei Mikrodaten

Falls Sie die Websitefunktionalität an Standorte von Usern anpassen z.B. durch Preisspannen oder IP-Erkennung, werden die automatischen Artikelupdates voraussichtlich wirkungslos bleiben. Der Google Crawler muss relevante Produktdaten abrufen können, um diese mit den an Google Shopping gesendeten Feed-Daten zu vergleichen. Hierbei müssen die Daten auf der Zielseite unabhängig vom Standort oder der IP des Nutzers mit den Produktinformationen im Shopping Feed übereinstimmen.

  1. Aktivierung automatischer Artikelupdates

Die Aktivierung der automatischen Artikelupdates können Sie im Merchant Center über die Einstellungen vornehmen. Hierfür navigieren Sie zum Symbol mit den drei Punkten und wählen hier die „Automatischen Artikelupdates“.

Abb. 4: Aktivierung über das Mechant Center

Anschließend setzen Sie Ihr Häkchen bei „Automatische Artikel-Updates aktivieren“ und wählen die zu aktualisierenden Attribute.

Sie können folgende Attribute für Updates auswählen:

Abb. 5: Einstellungen der aktualisierenden Attribute

Durch das Update werden die Artikel, die im Shop als vergriffen, jedoch bei Google Shopping als „auf Lager“ erscheinen, aktualisiert.

Zudem haben Sie die Option die automatische Aktualisierung für Artikel vorzunehmen, die bei Google Shopping zwar vergriffen, aber im Shop verfügbar sind. Dafür setzen Sie bitte das Häkchen im Eingabefenster unten und speichern anschließend die Änderungen (s. Screenshot).

Wenn Ihr Merchant Center ein Mehrfachkundenkonto ist, wird die Aktivierung als Standard-Einstellung für alle Unterkonten übernommen. Falls Sie die Mikrodaten nicht kontoübergreifend integrieren, sollten Sie die Aktivierung nur für einzelne Konten vornehmen, um nicht aufgrund von einem fehlerhaften Crawling Artikel-Ablehnungen in Ihrem Merchant Center zu erhalten.

  1. Aktualisierte Artikel prüfen

Sie haben nach Aktivierung des automatischen Artikelupdates über das Merchant Center die Möglichkeit den Status des geprüften und aktualisierten Artikels einzusehen. Unter dem Reiter Diagnose –> Produkte können Sie einen Bericht herunterladen, der alle Artikel beinhaltet, die kürzlich aktualisiert wurden. Hier können Sie auch einsehen, ob das Crawling aufgrund von Fehlern vorübergehend pausiert wurde und um welche Fehler es sich handelt. Nach Korrektur der Fehler, beginnt Google erneut mit den automatischen Artikelupdates.

Aufgrund dessen, dass Google auf den jeweiligen Produktzielseiten Mikrodateninformationen extrahieren muss, kann die Lösung der Fehlermeldung im Merchant Center längere Zeit in Anspruch nehmen.

Ein vorübergehender Stopp der Artikelupdates wird durch folgende Fehler ausgelöst:

➡  Eine Mindestanzahl an Übereinstimmungen zwischen den Shopping Produktdaten und den schema.org-Mikrodaten im Shop muss gewährleistet werden. Andernfalls werden die automatischen Artikelupdates pausiert bis der von Google geforderte Grad an Übereinstimmung wiederhergestellt ist. Hierfür sollten Sie den Feed regelmäßig aktualisieren.

➡ Um zu gewährleisten, dass die Updates sauber hochgeladen werden, macht Google Stichproben zu den Mikrodaten im Vergleich zu den sichtbaren Informationen auf den Produktseiten in Ihrem Shop. Sobald Unstimmigkeiten gefunden werden, pausiert Google die automatischen Artikelupdates. Die aufgelisteten Zielseiten müssen auf gültige schema.org-Mikrodaten geprüft werden. Unter folgender URL finden Sie ein Google Test-Tool für strukturierte Daten, womit Sie Fehler korrigieren können.

Crawling-Kapazität steuern

Google kann automatische Artikelupdates nur dann regelmäßig durchführen, wenn der Zugriff auf Ihre Produktzielseiten kontinuierlich erfolgen kann. Dieses können Sie über die Crawling-Frequenz für Ihre Website in der Google Search Console einstellen. Diese Einstellungen gelten ebenfalls für die Zielseiten, welche für Google Shopping hinterlegt sind. Serverseitig wird von Google empfohlen, dass Google Anfragen über den User-Agent („GoogleBot“ und „AdsBot“) als Anfrage „regulärer Nutzer“ gewertet und verarbeitet werden. Eine Anfragedrosselung soll vermieden werden.

Automatische Updates korrigieren

Sobald Sie den Produktfeed erneut updaten, wird die automatische Artikel-Aktualisierung wiederum durchgeführt. Falls Sie alle Updates aus der Vergangenheit rückgängig machen wollen und auch in der Zukunft auf die Google Updates verzichten wollen, wählen Sie die Option „Preis- und Verfügbarkeitsangaben nicht aktualisieren“ im Bereich Automatische Artikelupdates.

Einschränkungen zur Nutzung

Eine kontinuierliche und effektive Nutzung von automatische Artikelupdates kann Google nur dann gewährleisten, wenn Sie die Preis- und Verfügbarkeitsangaben in Ihrem Webshop kontinuierliche auf Aktualität prüfen. Die Wirksamkeit und wachsende Nutzererfahrung durch automatisierte Artikelupdates lässt in der Regel nach, wenn Sie die Preise und Verfügbarkeit Ihrer Produkte mehrmals täglich ändern. Falls dieses für Ihr Geschäft unerlässlich ist, nutzen Sie die „Content API for Shopping“.

Websitelatenzen

Die Latenz ist eine weitere Ursache für falsche, veraltete Produktdaten. Hierbei handelt es sich um die Zeit, die zwischen der Aktualisierung der Produktdaten im Shop und dem Update des Shopping Feeds liegt. Durch automatische Artikelupdates wird diese Latenz kompensiert.

In der nachfolgenden Abbildung erkennen Sie, wie die Nutzung von automatischen Artikelupdates sich auf Latenzzeiträume auswirkt. Hierbei wird ein Datenfeed inklusive Preisangaben im TXT-Format verwendet. Durch den gelb markierten Balken wird eine Latenzperiode vor dem Upload dargestellt.

In dem Beispiel sieht der Nutzer einen Preis von 3€. Die Diskrepanz des Verkaufspreises wird von Google in der Latenzperiode erfasst und angepasst (Zeitpunkt C) à www ≠ txt.

Abb. 6: Beispiel Latenzperiode

Ein User sieht nun aufgrund des automatischen Artikelupdates von Google den aktuellen Shop-Preis von 4€, obwohl der Feed-Upload 5€ als Endpreis ausgegeben hat. Beim Zeitpunkt D, dem nächsten Feed-Upload, wird aufgrund dessen, dass im Latenzzeitraum keine Diskrepanz zwischen Feed und Mikrodaten erkannt wurde, der Preis von 6€ ausgespielt.

Fazit

Shopping ist einer, wenn nicht der wichtigste Umsatzkanal bei Google AdWords. Sie sollten daher darauf achten, dass Ihr volles Sortiment täglich an den Auktionen von Google Shopping teilnehmen kann.

Dabei können Ihnen sowohl die Inventardaten auf Produktebene im AdWords Interface, als auch die automatischen Artikelupdates helfen. Durch das Letztere wird, wie in dem Artikel ausführlich beschrieben, verhindert, dass Shopping-Artikel aufgrund von Preis- und Verfügbarkeitsänderungen im Tagesverlauf von Google abgelehnt werden. Abgelehnte Artikel werden bei Google Shopping nicht mehr ausgespielt und können daher Umsatzeinbruch für Ihren Shop bedeuten. Die Einblendung der Leistungsdaten zeigt Ihnen bzw. dem jeweiligen Account Manager auf, welche Artikel bei Shopping ausgespielt werden und dient damit als Warnfunktion für abgelehnte Artikel.

Unsererseits daher die Handlungsempfehlung: Nutzen Sie diese technischen Möglichkeiten und Funktionalitäten von Google, um noch effizienter mit Shopping zu agieren. Falls Sie fragen dazu haben, helfen wir Ihnen gerne weiter!

Ihr Smarketer Team