Smarketer - AdWords Agentur

Ungültige Klicks bei Google AdWords

Kennen Sie das Gefühl: Sie sind erfolgreich mit Ihrem Geschäft, haben aber viele Wettbewerber, die gerne an Ihrer Stelle wären? Und hin und wieder haben Sie den Verdacht, dass der eine oder andere Ihre Anzeigen absichtlich klickt um Ihnen Kosten und damit finanziellen Schaden zu verursachen? Müssen Sie deshalb zu viel an Google bezahlen?

Die erlösende Antwort lautet: Nein! Google weiß um das Problem und hat kein Interesse Sie als Kunden zu verärgern und mit dem Neid Ihrer Wettbewerber Geld zu verdienen.

Deshalb hat Google ein System eingeführt, das automatisch im Hintergrund arbeitet und ungültige Klickaktivitäten erkennt und herausfiltert, bevor diese Ihnen überhaupt in Rechnung gestellt werden.

Click fraud: Woher kommen ungültige Klicks?

Laut einer Studie von Imperva Incapsula aus dem Jahr 2013 lag der Traffic, den Bots, also Maschinen im Internet, verursachen, bei 61,5%. Der Anteil, des durch Menschen verursachten Traffics lag bei nur 38,5%. Fast zwei Drittel allen Traffics kommt von Maschinen, Tendenz steigend. Rund die Hälfte dieses maschinellen Traffics wird dabei als gut und ungefährlich eingeschätzt, da er durch Suchmaschinen und andere produktive Programme entsteht. Dieser Anteil steigt auch am stärksten, was sicherlich mit dem Anwachsen des Contents im ganzen Internet zu tun hat, der von den Suchmaschinen erfasst werden muss.

Ein Drittel des gesamten Traffics wird aber als schädlich eingeschätzt. Zum einen wird versucht Daten abzufischen, etwa Preise, Konditionen und Angebote. Auf diese Weise werden zum Beispiel von Versicherungen, Reiseanbietern oder Automobilherstellern wettbewerbsrelevante Informationen gewonnen. Hierbei handelt es sich um das sogenannte scraping. Aktuell brisant sind ebenfalls DDoS-Attacken, wo Server mit Traffic überflutet werden um eine möglichst lange downtime hervorzurufen. Umsatzausfälle und Rufschädigungen sind häufig die Folge.

Neben Maschinen gibt es auch sogenannte Klickfarmen. Häufig in Asien niedergelassen, Klicken hunderte von Mitarbeitern, um Likes zu produzieren, YouTube-Views zu steigern oder eben auch, um mit Google-Anzeigen Wettbewerbern Kosten zu produzieren (vgl. hier.)

Abb. 1: Traffic-Verteilung im Internet, Quelle: incapsula.com

Feststellen, ob mein AdWords-Account betroffen ist

Nach diesen erschreckenden Zahlen fragen Sie sich bestimmt, ob auch Sie betroffen sind, ob auf Ihren Anzeigen betrügerische Klicks entstehen.

Wie schon erwähnt möchte Google Sie vor betrügerischen Kosten schützen und filtert ungültige Klicks aus den Statistiken und Rechnungen Ihres Kontos.

Um sich diese gefilterten Klicks anzusehen, rufen Sie in Ihrem AdWords-Konto auf Kampagnen-Ebene, unter Spalten, den Tab Leistung auf. Dort können Sie “Ungültige Klicks” und “Ungültige Klickrate” auswählen.

Abb. 2: Google AdWords Interface, Quelle: Google AdWords-Konto: Spalteneinstellungen

Sobald Sie sich die Spalten einblenden lassen, sehen Sie, wie viele Klicks Google aus Ihren Statistiken und Klickkosten herausgefiltert hat.

In unserem Beispiel sehen wir 7986 ungültige Klicks, was einer Rate von 6,02% in Bezug auf die gültigen Klicks entspricht. Auffällig ist, dass auch Shopping-Anzeigen geklickt werden und dass die Rate ungültiger Klicks im Display-Netzwerk am höchsten ist. Nach unseren Erfahrungen gibt es in jedem Konto ungültige Klicks. Eine Rate zwischen 5% und 10% ist der Durchschnitt, wobei es auch mal deutlich höher sein kann. Zudem ist uns aufgefallen, dass hier starke temporäre Schwankungen auftreten können.

Abb. 3: Google AdWords Interface, Quelle: Google AdWords-Konto: Spaltenansicht Kampagnenebene

Welche ungültigen Klicks erfasst Google?

Google verwendet automatisierte Systeme, die in Echtzeit alle Klicks auf Ihre Anzeigen analysieren.

Erfasst werden:

  1. “Manuelle Klicks mit dem Ziel der Erhöhung Ihrer Werbekosten oder der Gewinnsteigerung für Inhaber von Websites, auf welchen Ihre Anzeigen gehostet werden
  2. Klicks durch automatisierte Klick-Tools, Roboterprogramme und andere Software für betrügerische Zwecke
  3. Irrelevante Klicks, die für den Werbetreibenden keinen Wert haben (z. B. der zweite Klick eines Doppelklicks)”  (Quelle: support.google.com)

Wie Sie sehen, erkennt Google Klicks von Maschinen, sogenannten Bots, wovon oben bereits die Rede war. Interessant ist ebenfalls, dass fälschliche Doppelklicks auf Anzeigen nicht berechnet werden.

Google kontrolliert sowohl proaktiv, als auch reaktiv. Proaktiv kommen Algorithmen zum Einsatz, die Klickbetrug erkennen und sofort aus Ihren Statistiken herausfiltern.Die Kosten werden ebenfalls herausgerechnet. Hier werden wirklich alle Klicks auf Anzeigen analysiert und der Großteil der ungültigen Klicks erkannt. Daneben gibt es Offline-Analysen, wo neben Algorithmen auch manuell von Google-Mitarbeitern Überprüfungen vorgenommen werden.

Sollten im Nachhinein Unstimmigkeiten auftauchen, können auch spätere Untersuchungen durch Google stattfinden. Auch Nachfragen von Kunden werden durch Google überprüft.

Abb. 4: Übersicht zu den Kontrollmechanismen, Quelle: google.com

Verdacht auf Klickbetrug von Google überprüfen lassen

Google fischt bereits die überwiegende Anzahl betrügerischer Klicks automatisch heraus. Sollten Sie dennoch einmal den Verdacht haben, dass betrügerische Klicks von Google nicht erkannt werden, können Sie sich direkt an Google wenden.

Hier können Sie bei Bedarf eine Untersuchung Ihres AdWords-Kontos auf ungültige Klicks beantragen.

Ungewöhnliche Kontoaktivitäten erkennen

Wenn Sie plötzlich erhöhten Traffic in Ihrem Konto feststellen und denken, dass Sie Ziel einer Attacke sind und Google nicht alle ungültigen Klicks herausfiltert, arbeiten Sie folgende Fragen ab:

  1. Haben Sie vor kurzem die Tagesbudgets Ihrer Kampagnen angehoben, wodurch der Traffic gestiegen ist?
  2. Haben Sie neue Keywords oder Kampagnen zugefügt, die zu mehr Traffic führen?
  3. Gibt es eine Saisonalität in der Nachfrage, die zu mehr Traffic führt?
  4. Haben Sie sehr generische Keywords eingebucht, mit hohen Streuverlusten und einer niedrigen CTR?
  5. Gab es ein besonderes Medienereignis, das zu gestiegener Nachfrage führt?
  6. Ist mit Ihrem Traffic-Anstieg auch die von Google erfasste Rate an ungültigen Klicks gestiegen?
  7. Verwenden Sie die automatisierte Placement-Ausrichtung, wodurch neue Placements von Google ausgewählt wurden, die zusätzlichen Traffic bringen
  8. Haben Sie Ihre Gebote deutlich erhöht, wodurch mehr Traffic gekauft wird?

Weitere Informationen finden Sie hier.

IP-Adressen in AdWords für Anzeigen blockieren

Wenn Sie ungewöhnliche Aktivitäten in Ihren Webserverprotokollen feststellen oder IP-Adressen gezielt ausschließen möchten, bietet Ihnen AdWords dazu die Möglichkeit.

Navigieren Sie in Ihr AdWords-Konto und wählen die Kampagne, für die Sie den Ausschluss vornehmen möchten. Unter dem Reiter Einstellungen finden Sie “Ausschluß von IP-Adressen”. Dort können Sie eine oder mehrere IP-Adressen eintragen. Sie müssen alle Einstellungen einzeln je Kampagne vornehmen, da Google derzeit noch keine Lösung auf Kontoebene zur Verfügung stellt.

Abb. 5: Ausschluss von IP-Adressen im AdWords Interface, Quelle: Google AdWords-Konto, Einstellungen auf Kampagnenebene

Exkurs: Unerwünschten Traffic in Google Analytics ausschließen

Wir empfehlen Ihnen auch in Google Analytics Einstellungen zu treffen, um unerwünschten Traffic herauszufiltern. Die Erfassung betrügerischer Klicks mit Analytics hat für Sie zwar keine finanziellen Folgen, aber es verzerrt Ihre Daten in Analytics und könnte Sie zu falschen Schlüssen in der Analyse führen. Daher bietet Google eine sehr unkomplizierte Möglichkeit bekannte Bots und Spyder aus den Statistiken von Analytics zu filtern. Navigieren Sie hierzu in Ihrem Analytics-Konto unter Verwaltung auf die Datenansicht. Hier setzen Sie einfach ein Häkchen bei “Bots herausfiltern”.

Abb. 6: Ausschluss von Bots und Spydern, Quelle: Google Analytics Interface

Sie können auch in Google Analytics selbstgewählte IP-Adressen ausschließen. Wenn Sie viel an Ihrer Website arbeiten oder Dienstleister haben, die auf Ihrer Website für Sie tätig sind, sollten Sie Ihre eigene IP-Adresse ausschließen um Ihre Daten nicht zu verzerren.

Navigieren Sie dazu im Analytics-Konto unter “Verwaltung” auf den Punkt “Konto” und “Alle Filter”. Hier können Sie die IP-Adressen hinterlegen, die Analytics nicht erfassen soll.

Abb. 7: Ansicht zum IP-Adressen Ausschluss, Quelle: Google Analytics Interface

Fazit

Wie wir Ihnen aufzeigen konnten, gibt es viele trügerische Aktivitäten im Internet. Teilweise wird organisiert mit krimineller Energie vorgegangen um Daten auszuspähen oder Werbetreibenden Schaden zuzufügen. Google steht hier aber an der Seite des Kunden und unternimmt große Anstrengungen vor trügerischen Klicks zu schützen und unnötige Kosten zu vermeiden. Der Großteil ungültiger Klicks wird völlig automatisch von Google herausgefiltert. In besonderen Einzelfällen können Werbetreibende auch im Nachhinein Prüfungen beantragen und zweifelhafte IP-Adressen selbständig im AdWords-Konto ausschließen.