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Google Shopping wird kostenlos?! – Was bedeutet das für Unternehmen und Agenturen?

Kostenlose Shopping-Anzeigen schalten? Das ist seit April 2020 möglich! Als Teil seines Corona-Hilfspaketes öffnet Google seine E-Commerce-Plattform und lockt User mit gratis Anzeigen – Was steckt dahinter? Ist das das Ende der Google-Agenturen? Und wer profitiert davon?

„It’s now free to sell on Google“, verkündet Commerce-Chef Bill Ready Ende April auf Googles Unternehmensblog. Was sich liest wie ein „back to the roots“ zum „Froogle“ der 2000er Jahre – Einträge auf Googles Shopping-Plattform waren bis 2012 noch kostenlos – ist einen genaueren Hinblick wert.  Denn nicht nur Google selbst generiert guten Umsatz mit bezahlten Ads: Auch außerhalb des Unternehmens hat sich ein beträchtlicher Markt von Agenturen und Dienstleistern entwickelt, die mit der Aussage Readys sicherlich einen großen Schreck bekommen haben sollten. Was ist also passiert?

Unterstützung mit Einschränkungen

Mit der Aktion führt Google eine Reihe von Unterstützungsmaßnahmen fort, mit denen das Unternehmen infolge der Corona-Pandemie Gesundheitsorganisationen, Regierungen und KMUs unter die Arme greift. So sorgte der Suchmaschinenkonzern bereits Anfang April für Schlagzeilen, als er kleineren und mittleren Unternehmen sowie Gesundheits- und Regierungsorganisationen insgesamt 800 Millionen US-Dollar Corona-Hilfe zusagte – davon 340 Millionen Dollar als kostenloses Werbe-Guthaben für Händler mit aktiven Google-Ads Konten.

Die Möglichkeit gratis Shopping-Anzeigen schalten zu können, ist in diesem Sinne nun vor allem als strategische Aktion zu werten, die besonders für Ads-Einsteiger interessant sein könnte. Dennoch gelten hier einige Einschränkungen: So gilt die Aktion lediglich für Produkteinträge, die sich direkt unter dem „Shopping“-Reiter befinden – alle Anzeigen, die in der Hauptsuche erscheinen bleiben weiterhin „Paid-Content“. Die Product-Listings auf der Shopping-Seite selbst, werden dann noch einmal unterteilt: Im oberen Bereich finden sich weiterhin bezahlte Anzeigen, darunter werden schließlich die kostenlosen Anzeigen platziert.

Was sind die Chancen?

Trackingzahlen belegen, dass rund 90% aller Klicks auf Googles Haupt-Suchseite verbleiben, lediglich 10% der Klicks gehen direkt auf den Shopping-Tab. Die weniger prominent platzierte Position im unteren Bereich der Shopping-Seite, wirkt sich zudem noch einmal zusätzlich negativ auf die Reichweite der kostenlosen Anzeigen aus. Und trotzdem: Ganz nach dem Motto „Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul“ können User Googles Angebot gut in Anspruch nehmen: E-Commerce-Neulinge können die Chance nutzen, um erste Erfahrungen bei der Anzeigenschaltung zu sammeln und ein Gefühl für die Funktionen bei „Google-Shopping“ zu bekommen. Und auch Bestandskunden können immerhin noch eine Steigerung der Reichweite im einstelligen Prozentzahlbereich erreichen.

Die großen Gewinner der Aktion sind hingegen die Nutzer – diese werden sich über ein steigendes Angebot und eine größere Produktauswahl freuen können. Und auch Google selbst wird voraussichtlich von der steigenden Zahl der Werbetreibenden profitieren – hinsichtlich der Gewinnung neuer zahlender Kunden und hinsichtlich des Wettbewerbs mit Amazon.

Tipps für das Werben mit kostenlosen Google-Shopping Anzeigen 

Händler, die bereits bei Google-Shopping registriert sind, werden in Zukunft die neue kostenlose Listing-Funktion in ihrem Merchant-Center finden. Neueinsteiger, die kostenlose Anzeigen auf Google-Shopping schalten möchten, benötigen zunächst kein Google-Ads Konto und können sich unabhängig davon ein eigenes Merchant Center einrichten. Um das volle Potenzial aus den neuen kostenlosen Shopping-Anzeigen schöpfen zu können, lohnt es sich auf jeden Fall einen eigenen Feed für die Produkte zu erstellen, die so beworben werden sollen.

Für das Tracking der Klickzahlen lohnt es sich, das ebenfalls frei verfügbare Programm Google Analytics herunterzuladen. Mithilfe des E-Commerce Trackings, dem Google UTM Parameter Builder und Google Analytics, können auch die Conversions der kostenlosen Ads getrackt werden. Händler, die Inserate über mehrere CSS-Partner schalten, sollten beachten, dass das Merchant Center mit den meisten Produkten automatisch für die kostenlose Funktion ausgewählt wird – alternativ kann dies aber auch manuell umgestellt werden.

Fazit

Als Einstiegsangebot ist das kostenlose Schalten von Google-Shopping-Anzeigen vor allem für Neulinge in E-Commerce-Bereich sinnvoll. Bei den ersten Schritten in Richtung der eigenen Google-Shopping-Anzeige, sollte gleich am Anfang Wert auf das Tracking der Klickzahlen, bspw. mit Google-Analytics, gelegt werden. Zur Generierung einer hohen Reichweite und vieler Klickzahlen ist das kostenlose Angebot Googles jedoch eher ungeeignet.

Wer sich mehr Steuerungs- und Auswertungsmöglichkeiten und größeren Gestaltungsfreiraum bei der Platzierung seiner Produkte wünscht, dem sind bezahlte Ads zu empfehlen. CSS-Partner helfen dabei auch weiterhin, die Klickzahlen zu verbessern und bis zu 20% bei Preis-Geboten zu sparen. Da Google mit seinen kostenlosen Shopping-Anzeigen Ende April zunächst in den USA gestartet ist, müssen sich Händler in Deutschland wohl noch ein bisschen gedulden – Bis Ende des Jahres sollen User dann aber auch in weiteren Länder kostenlose Google-Shopping-Einträge nutzen können.