Gated Content
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Was ist Gated Content? Eine Definition
Gated Content bezeichnet hochwertige digitale Inhalte (Content), die einem Nutzer erst dann zur Verfügung stehen, wenn er im Austausch dafür seine Kontaktdaten – meist über ein Online Formular – hinterlässt. Das “Gate” (deutsch: Tor) ist also eine digitale Barriere, die den direkten Zugang zu wertvollen Informationen versperrt. Das grundlegende Prinzip basiert auf einem Tauschgeschäft: Das Unternehmen bietet exklusiven Content, der ein spezifisches Problem der Zielgruppe löst, und erhält im Gegenzug wertvolle Daten für seine Marketing- und Vertriebsaktivitäten.
Im Gegensatz dazu steht “Ungated Content“. Das sind frei zugängliche Inhalte wie Blogartikel, öffentliche Videos oder Social-Media-Posts, die ohne jegliche Hürde konsumiert werden können. Während diese Inhalte primär der Steigerung von Reichweite und Markenbekanntheit dienen, zielt Gated Content direkt auf die Konversion eines anonymen Besuchers in einen identifizierbaren Lead ab. Der Austausch wertvoller Inhalte gegen Daten ist das Kernstück dieser Marketing-Strategie.
Die Mechanik: Wie funktioniert Gated Content im Content Marketing?
Die Implementierung von Gated Content folgt einem klaren, schrittweisen Prozess, der darauf ausgelegt ist, Besucher einer Website gezielt zu qualifizieren. Diese Methode ist ein zentraler Baustein im Inbound Marketing, da sie auf Anziehung statt auf Unterbrechung setzt.
Der Prozess aus Nutzersicht sieht typischerweise so aus:
- Das Angebot entdecken: Ein Besucher gelangt auf Ihre Website, zum Beispiel über einen Blogartikel oder eine Anzeige. Dort stößt er auf ein attraktives Angebot für einen exklusiven Content, oft präsentiert durch einen Call-to-Action (CTA)-Button.
- Zur Landingpage gelangen: Nach dem Klick auf den CTA wird der User auf eine dedizierte Landingpage weitergeleitet. Diese Seite hat nur ein Ziel: den Wert des angebotenen Contents zu kommunizieren und den Besucher vom Ausfüllen des Formulars zu überzeugen.
- Das Formular ausfüllen: Der Interessent gibt seine Daten, wie Name und E-Mail-Adresse, in das bereitgestellte Formular ein.
- Zugang erhalten: Nach dem Absenden des Formulars erhält der neue Lead den versprochenen Zugang zum Content, beispielsweise als direkten Download, per E-Mail oder durch Weiterleitung auf eine Dankesseite.
Für das Unternehmen ist das primäre Ziel die Sammlung von Kontaktdaten, allen voran der E-Mail-Adresse. Diese Daten sind die Grundlage für nachfolgende Marketing-Maßnahmen wie E-Mail-Nurturing-Kampagnen, die den potenziellen Kunden schrittweise weiterqualifizieren und auf dem Weg zur Kaufentscheidung begleiten. So wird aus einem anonymen Besucher ein wertvoller Kontakt für den Vertrieb.

Psychologische Trigger: Warum Nutzer ihre Daten preisgeben
Doch warum sind Nutzer überhaupt bereit, ihre wertvollen Daten preiszugeben? Dahinter stecken grundlegende psychologische Prinzipien, die das Marketing gezielt nutzt. Der stärkste Treiber ist die Reziprozität: Wenn ein Unternehmen einen hochwertigen, nützlichen Content kostenlos anbietet, fühlen sich viele Nutzer verpflichtet, eine Gegenleistung zu erbringen – in diesem Fall ihre Daten.
Weitere wirksame Trigger sind:
- Exklusivität: Der Content ist nicht überall im Internet verfügbar. Dieses Gefühl, Zugang zu exklusiven Informationen zu erhalten, steigert den wahrgenommenen Wert.
- Neugier: Ein überzeugender Titel und eine ansprechende Beschreibung wecken die Neugier und den Wunsch, mehr zu erfahren. Der Nutzer will die “Wissenslücke” schließen.
- Problemlösung: Der angebotene Content verspricht die Lösung für ein akutes Problem oder eine konkrete Frage. Dieser Nutzen überwiegt die Hürde der Datenpreisgabe.
Experten für Konversionsoptimierung betonen immer wieder die Bedeutung dieses Wertversprechens. “Ein User wird seine Daten nur dann teilen, wenn der erwartete Vorteil die wahrgenommenen Kosten – also die Preisgabe persönlicher Informationen – deutlich übersteigt”, so die Nielsen Norman Group in ihren Analysen zur Psychologie der Konversionsoptimierung. Der angebotene Content muss diesen Vorteil klar kommunizieren.
Gated Content vs. Ungated Content: Wann ist welche Strategie sinnvoll?
Die Entscheidung, ob man Inhalte hinter einem Gate verschließt oder frei zugänglich macht, ist eine der zentralen strategischen Fragen im Content Marketing. Es gibt keine pauschal richtige Antwort – die Wahl zwischen gated oder ungated Content hängt stark von den Zielen der jeweiligen Maßnahme ab.
Ungated Content (Frei zugängliche Inhalte):
- Vorteile: Maximale Reichweite, da es keine Barrieren gibt. Sehr gut für SEO, da Suchmaschinen die Inhalte vollständig indexieren können. Stärkt die Markenbekanntheit und baut Vertrauen in der frühen Phase der Customer Journey auf.
- Nachteile: Generiert keine direkten Leads. Es ist schwer messbar, wer genau die Inhalte konsumiert.
Gated Content (Inhalte hinter einem Formular):
- Vorteile: Direkte Generierung von qualifizierten Leads. Sammelt wertvolle Daten über die Zielgruppe. Der wahrgenommene Wert des Contents ist höher.
- Nachteile: Deutlich geringere Reichweite. Der Content selbst ist für die organische Suche (SEO) nicht sichtbar, was die Auffindbarkeit im Internet erschwert. Kann bei manchen Nutzern zu einer höheren Absprungrate führen.
Für maximalen Erfolg empfiehlt sich eine hybride Strategie: Nutzen Sie frei zugängliche Inhalte wie Blogartikel, um eine breite Zielgruppe anzuziehen und auf ein Thema aufmerksam zu machen. Innerhalb dieses Contents platzieren Sie dann ein Angebot für einen weiterführenden, exklusiven Gated Content (z.B. ein Whitepaper oder eine Checkliste). So nutzen Sie die SEO-Vorteile von Ungated Content, um Traffic zu generieren, und wandeln diesen Traffic anschließend durch Gated Content in wertvolle Leads um. Das Ziel ist es, den Nutzer entlang der Customer Journey mit den passenden Content-Formaten zu begleiten.

Die Vorteile: Warum Gated Content entscheidend für die Generierung von B2B-Leads ist
Gerade im B2B-Umfeld, wo Kaufentscheidungen oft langwierig und komplex sind, spielt Gated Content seine Stärken voll aus. Die Vorteile gehen weit über die reine Adresssammlung hinaus.
Die zentralen Vorteile im Überblick:
- Generierung hochqualifizierter B2B-Leads: Wer bereit ist, für einen Content seine geschäftlichen Kontaktdaten zu hinterlassen, signalisiert ein tiefgehendes Interesse am Thema. Diese Leads sind in der Regel deutlich qualifizierter als zufällige Website-Besucher. Das ermöglicht es Marketing und Vertrieb, ihre Ressourcen gezielt auf vielversprechende potenzielle Kunden zu konzentrieren. Die Hauptaufgabe, Leads zu generieren, wird so effizienter.
- Aufbau einer wertvollen E-Mail-Liste: Sie bauen eine Liste mit Kontakten auf, die Ihnen die ausdrückliche Erlaubnis gegeben haben, sie zu kontaktieren. Diese Liste ist ein extrem wertvolles Asset für zukünftige E-Mails und gezielte E-Mail-Marketingkampagnen. Sie können diese Interessenten mit weiteren nützlichen Inhalten versorgen und so eine Beziehung aufbauen.
- Besseres Verständnis der Zielgruppe: Die über das Formular abgefragten Daten (z.B. Unternehmensgröße, Position) liefern wertvolle Einblicke in die Struktur Ihrer Zielgruppe. Diese Informationen helfen dabei, zukünftige Content- und Marketing-Strategien noch präziser auf die Bedürfnisse der potenziellen Kunden auszurichten.
- Steigerung des wahrgenommenen Werts: Was hinter einer Barriere liegt, wird oft als wertvoller wahrgenommen. Ein gut gemachtes E-Book oder eine exklusive Studie positioniert Ihr Unternehmen als Experten und steigert den wahrgenommenen Wert Ihrer Inhalte und Ihrer Marke.
Für B2B-Unternehmen ist dies eine der effektivsten Methoden, um die Pipeline für den Vertrieb mit qualifizierten Kontakten zu füllen und nachhaltiges Wachstum zu sichern.
Die Risiken & Nachteile von Gated Content
Trotz der unbestreitbaren Vorteile ist es wichtig, die Nachteile und Risiken von Gated Content transparent zu betrachten. Eine unüberlegte Strategie kann schnell nach hinten losgehen.
Die größten Herausforderungen sind:
- Geringere Reichweite und schlechtere SEO-Sichtbarkeit: Dies ist der offensichtlichste Nachteil. Da der Content hinter dem Gate für Suchmaschinen wie Google nicht zugänglich ist, kann er nicht indexiert werden. Die Landingpage selbst kann zwar ranken, aber der wertvolle Inhalt trägt nicht direkt zur SEO-Autorität Ihrer Website bei. Dies schränkt die organische Auffindbarkeit bei der Suche im Internet stark ein.
- Höhere Absprungrate: Nicht jeder Nutzer ist bereit, seine Daten preiszugeben. Ein Formular stellt immer eine Hürde dar. Viele Besucher werden die Seite verlassen, ohne den Content herunterzuladen. Ein zu langes oder kompliziertes Formular verstärkt dieses Risiko.
- Potenzielle Verärgerung von Nutzern: Ein User, der sich getäuscht fühlt – weil der versprochene Content nicht den Erwartungen entspricht – oder der sich von nachfolgenden E-Mails belästigt fühlt, kann einen negativen Eindruck von Ihrer Marke gewinnen. Der Wert des Contents muss die “Kosten” der Datenpreisgabe rechtfertigen.
So minimieren Sie die Risiken:
- Seien Sie transparent: Kommunizieren Sie klar, was der Nutzer erhält und was mit seinen Daten geschieht.
- Optimieren Sie das Formular: Fragen Sie nur die notwendigsten Informationen ab. Jedes zusätzliche Feld senkt die Conversion Rate.
- Liefern Sie exzellenten Content: Der wichtigste Punkt. Der Inhalt muss so wertvoll sein, dass der Nutzer den Tausch als fair empfindet.
Praxisbeispiele: Erfolgreiche Lead Magnets und Formate
Ein “Lead Magnet” ist ein unwiderstehliches Angebot, das erstellt wird, um die Kontaktdaten von potenziellen Kunden zu gewinnen. Die Wahl des richtigen Formats ist entscheidend für den Erfolg Ihrer Gated-Content-Strategie. Der Lead Magnet muss einen echten Mehrwert bieten.
Hier sind einige der gängigsten und effektivsten Formate für Gated Content:
- Whitepaper: Ein detaillierter, gut recherchierter Artikel, der ein komplexes Thema tiefgehend behandelt. Ideal für B2B-Unternehmen, um Expertise zu demonstrieren. Beispiel: Ein Whitepaper über “Die Zukunft der Logistik im E-Commerce”.
- E-Books: Umfassende Leitfäden, die ein breiteres Thema abdecken als ein Whitepaper. Sie sind oft visueller aufbereitet und bieten einen praktischen Ratgeber-Charakter. Beispiel: Ein E-Book zum Thema “Content Marketing für Anfänger”.
- Exklusive Studien & Reports: Eigene Datenerhebungen oder Branchenanalysen bieten einzigartige Informationen, die nirgendwo sonst zu finden sind. Diese Content Pieces positionieren ein Unternehmen als Vordenker. Beispiel: Eine Studie zum “Kaufverhalten von Online-Shoppern 2024”.
- Webinar-Aufzeichnungen: Der Zugang zu Aufzeichnungen von Live-Webinaren ist ein beliebter Lead Magnet, da er wertvolles Wissen in einem leicht konsumierbaren Videoformat bereitstellt.
- Checklisten & Vorlagen: Praktische Hilfsmittel, die dem Nutzer die Arbeit erleichtern. Sie sind schnell konsumierbar und haben einen hohen Nutzwert. Beispiel: Eine “SEO-Checkliste für den perfekten Blogartikel” oder eine “Excel-Vorlage zur Budgetplanung”.
- Case Studies (Fallstudien): Detaillierte Berichte über erfolgreiche Kundenprojekte. Sie schaffen Vertrauen und beweisen die Kompetenz Ihres Unternehmens. Ein gutes Beispiel für praxisnahen Content.
- Infografiken: Besonders umfangreiche und datenintensive Infografiken können ebenfalls als Gated Content angeboten werden, wenn sie einzigartige Einblicke bieten.
Die beste Form für Ihren Lead Magnet hängt von Ihrer Zielgruppe und den verfügbaren Ressourcen ab. Wichtig ist, dass der Inhalt ein spezifisches Problem löst und einen spürbaren Mehrwert liefert. Ein gutes Beispiel für unsere eigenen Inhalte finden Sie auf unserer Whitepaper-Seite.
Best Practices für Gated Content, der konvertiert
Es reicht nicht, einfach nur irgendeinen Content hinter ein Formular zu packen. Der Erfolg hängt von einer strategischen Umsetzung ab. Hier sind die wichtigsten Best Practices, die jeder Marketer beachten sollte:
- Erstellen Sie herausragenden Content: Das ist die Grundlage. Der Inhalt muss relevant, nützlich und qualitativ hochwertig sein. Er muss ein Problem Ihrer Zielgruppe besser lösen als jeder frei verfügbare Content.
- Optimieren Sie die Landingpage:
- Überzeugender Titel: Der Titel muss sofort klar machen, welchen Vorteil der Content bietet.
- Klare und prägnante Copy: Beschreiben Sie den Nutzen, nicht die Features. Nutzen Sie Bullet Points, um die wichtigsten Vorteile hervorzuheben.
- Social Proof: Integrieren Sie Testimonials, Logos bekannter Kunden oder die Anzahl der bisherigen Downloads, um Vertrauen aufzubauen.
- Gestalten Sie das Formular intelligent:
- So kurz wie möglich: Fragen Sie nur die absolut notwendigen Daten ab. Oft reichen Name und E-Mail-Adresse. Jedes zusätzliche Feld verringert die Wahrscheinlichkeit, dass jemand das Formular ausfüllt.
- Klare Beschriftung: Die Felder sollten eindeutig beschriftet sein.
- Datenschutzhinweis: Ein kurzer Hinweis, wie Sie mit den Daten umgehen, ist Pflicht.
- Verwenden Sie klare Call-to-Actions (CTAs): Der Button zum Absenden des Formulars sollte aktivierend formuliert sein (z.B. “Jetzt Whitepaper herunterladen” statt “Senden”).
- Testen und optimieren: Nutzen Sie A/B-Tests, um verschiedene Versionen Ihrer Landingpage, Ihrer Titel oder Ihrer Formulare zu testen. Analysieren Sie die Conversion Rate und nehmen Sie kontinuierlich Verbesserungen vor, um Ihren Erfolg im Marketing zu maximieren.
Datenschutz nach DSGVO: Einwilligung rechtssicher einholen
Im Kontext von Gated Content ist die datenschutzkonforme Erhebung von Daten unerlässlich. Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) setzt hier klare Regeln, insbesondere wenn Sie die gewonnene E-Mail-Adresse für werbliche E-Mails nutzen möchten.
Wichtige Hinweise zur Umsetzung:
- Transparenz: Informieren Sie den Nutzer im Formular darüber, was mit seinen Daten (z.B. Name E-Mail Adresse) geschieht. Verlinken Sie an prominenter Stelle auf Ihre Datenschutzerklärung.
- Aktive Einwilligung (Checkbox): Wenn Sie dem Nutzer neben dem Download auch einen Newsletter oder andere Werbe-E-Mails senden möchten, benötigen Sie eine separate, aktive Einwilligung. Dies geschieht am besten über eine nicht vorausgefüllte Checkbox. Der Text könnte lauten: “Ja, ich möchte auch zukünftig nützliche Tipps und Angebote per E-Mail erhalten.”
- Kopplungsverbot beachten: Der Zugang zum Content-Download darf nicht von der Einwilligung in den Newsletter abhängig gemacht werden. Der Nutzer muss den Content auch dann erhalten, wenn er die Checkbox für Werbe-E-Mails nicht aktiviert. Dies ist ein entscheidender Punkt, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein.
Das Sammeln von Kontaktdaten und Kontaktinformationen erfordert Sorgfalt. Für detaillierte juristische Informationen sollten Sie Fachwissen heranziehen oder einen Rechtsexperten konsultieren.
Nach dem Download: Wie Sie aus Leads Kunden machen (Lead Nurturing)
Die Arbeit ist mit dem Download nicht getan – sie fängt gerade erst an. Ein neuer Lead ist zunächst nur ein Kontakt, kein zahlender Kunde. Das Ziel ist es nun, diesen Kontakt durch gezielte Maßnahmen weiterzuentwickeln und eine Beziehung aufzubauen. Dieser Prozess wird als Lead Nurturing bezeichnet.
Eine automatisierte E-Mail-Sequenz ist hierfür ein bewährtes Mittel. Sie begleitet die potenziellen Kunden auf ihrer Reise und versorgt sie mit relevanten Inhalten. Eine solche Nurturing-Strecke könnte wie folgt aussehen:
- E-Mail 1 (Sofort): Auslieferung & Dankeschön. Senden Sie den Link zum Content-Download und bedanken Sie sich für das Interesse. Dies schafft einen positiven ersten Eindruck.
- E-Mail 2 (2-3 Tage später): Weiterführender Content. Bieten Sie thematisch passende, frei zugängliche Inhalte an, z.B. einen relevanten Blogartikel oder ein kurzes Video. So positionieren Sie Ihr Unternehmen weiter als Experte und halten den Kontakt aufrecht.
- E-Mail 3 (5-7 Tage später): Erfolgsgeschichte oder Case Study. Zeigen Sie, wie andere Kunden mit Ihrer Hilfe erfolgreich waren. Das schafft Vertrauen und zeigt den praktischen Nutzen Ihres Angebots für Interessenten.
- E-Mail 4 (10-14 Tage später): Call-to-Action. Hier können Sie einen Soft-CTA (z.B. eine Einladung zu einem kostenlosen Webinar) oder, wenn der Lead bereits hohes Engagement gezeigt hat, einen Hard-CTA (z.B. das Angebot für ein unverbindliches Beratungsgespräch) platzieren.
Durch solche E-Mail-Marketingkampagnen bauen Sie Vertrauen auf, qualifizieren die Interessenten schrittweise und identifizieren den richtigen Zeitpunkt für die Übergabe an den Vertrieb. So machen Sie aus kalten Leads zufriedene Kunden und fördern das Wachstum Ihres Unternehmens.
Abgrenzung: Der Unterschied zwischen Gated Content und einer Paywall
Um Verwirrung zu vermeiden, ist eine klare Abgrenzung zwischen Gated Content und Paywall wichtig. Obwohl beide den Zugang zu Inhalten einschränken, verfolgen sie fundamental unterschiedliche Ziele.
- Gated Content: Hier ist die “Währung” die Preisgabe von Daten. Das primäre Ziel ist die Lead-Generierung für das Marketing. Ein Unternehmen tauscht wertvolle Informationen gegen Kontaktinformationen, um potenzielle Kunden zu gewinnen. Es ist eine Taktik im Content Marketing.
- Paywall (Bezahlschranke): Hier ist die Währung Geld. Das primäre Ziel ist die direkte Monetarisierung von Inhalten. Nutzer müssen für den Zugang zu einem Artikel oder allen Inhalten einer Plattform bezahlen, meist in Form eines Abonnements oder einer Einmalzahlung. Diese Strategie wird typischerweise von Verlagen und Medienhäusern im Internet genutzt.
Kurz gesagt: Gated Content dient der Generierung von Leads, während eine Paywall der direkten Umsatzerzielung durch Content dient.
Den Erfolg messen: Wie Sie den ROI Ihrer Gated-Content-Strategie bestimmen
Der Einsatz von Gated Content ist nur dann sinnvoll, wenn er einen positiven Return on Investment (ROI) liefert. Um den Erfolg Ihrer Strategie zu messen, müssen Sie die richtigen Kennzahlen (KPIs) im Blick behalten.
Wichtige Metriken für Ihr Marketing sind:
- Conversion Rate der Landingpage: Wie viel Prozent der Besucher füllen das Formular aus? (Anzahl der Leads / Anzahl der Besucher * 100).
- Anzahl der generierten Leads: Die absolute Zahl der neuen Kontakte, die durch eine bestimmte Content-Maßnahme gewonnen wurden.
- Cost per Lead (CPL): Was kostet Sie die Generierung eines einzelnen Leads? (Gesamtkosten der Kampagne / Anzahl der generierten Leads).
- Lead-to-Customer-Rate: Wie viele der generierten Leads werden tatsächlich zu zahlenden Kunden?
- Customer Lifetime Value (CLV): Welchen Gesamtwert bringt ein Kunde Ihrem Unternehmen über die gesamte Dauer der Geschäftsbeziehung?
Einfaches Rechenbeispiel zum ROI:
Angenommen, die Erstellung eines Whitepapers und die Bewerbung kosten Sie 2.000 €. Sie generieren damit 100 Leads (CPL = 20 €). Von diesen 100 Leads werden 5 zu Kunden (Lead-to-Customer-Rate = 5 %). Jeder dieser Kunden bringt Ihnen einen durchschnittlichen Umsatz von 1.000 €. Ihr Gesamtumsatz beträgt also 5.000 €. Der ROI liegt bei (5.000 € – 2.000 €) / 2.000 € = 150 %. Es gibt viele Möglichkeiten, den Erfolg zu messen, doch der ROI ist die entscheidende Größe.
Die Messung des Erfolgs ist entscheidend. Mehr zur Optimierung von Kennzahlen finden Sie unter Conversion Rate.
Fazit: Gated Content als Wachstumsmotor
Gated Content ist weit mehr als nur ein Formular vor einem Download. Es ist ein strategisches Marketinginstrument, das es Unternehmen ermöglicht, gezielt und effizient hochwertige Leads zu generieren. Wenn es richtig eingesetzt wird – mit einem klaren Fokus auf den Mehrwert für den Nutzer, einer optimierten User Experience und einer durchdachten Nachbereitung – wird es zu einem kraftvollen Motor für Ihr Wachstum.
Die zentrale Botschaft ist klar: Der Austausch von exzellentem Content gegen wertvolle Daten ist ein faires Geschäft, von dem beide Seiten profitieren. Der Nutzer erhält eine Lösung für sein Problem, und Ihr Unternehmen gewinnt einen vielversprechenden potenziellen Kunden. Indem Sie die in diesem Artikel vorgestellten Best Practices anwenden, schaffen Sie die Grundlage für eine erfolgreiche Lead-Generierung und wandeln Interessenten nachhaltig in loyale Kunden um. Der richtige Mix aus gated und ungated Inhalten ist dabei der Weg zum Erfolg.

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FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Gated Content
1. Was bedeutet Gated Content?
Gated Content bezeichnet hochwertige Online-Inhalte, die erst nach Angabe von persönlichen Daten, wie einer E-Mail-Adresse, zugänglich sind. Dieses Prinzip wird im Content Marketing häufig zur Lead-Generierung eingesetzt.
2. Was sind die Vorteile von Gated Content?
Der Hauptvorteil ist die Generierung qualifizierter Leads für Marketing und Vertrieb. Unternehmen erhalten wertvolle Kontaktdaten von Interessenten und können diese gezielt ansprechen, was besonders im B2B-Marketing effektiv ist. Weitere Vorteile sind der Aufbau einer E-Mail-Liste und tiefere Einblicke in die Zielgruppe.
3. Welche Arten von Content gibt es?
Typische Formate für Gated Content sind E-Books, Whitepaper, exklusive Studien, Webinar-Aufzeichnungen oder umfangreiche Checklisten. Diese Premium-Inhalte bieten einen tiefgreifenden Mehrwert, der die Preisgabe von Daten rechtfertigt. Man spricht hier auch von einem Lead Magnet.
4. Sollte ich meine Inhalte gaten oder frei zugänglich machen?
Die Entscheidung hängt von Ihren Zielen ab: Ungated Content maximiert die Reichweite und SEO-Sichtbarkeit, während Gated Content die Lead-Generierung priorisiert. Eine ausgewogene Strategie, die beide Ansätze im Marketing kombiniert, ist oft am erfolgreichsten, um sowohl Reichweite aufzubauen als auch potenzielle Kunden zu identifizieren.