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Google Agentic Commerce: UCP als neuer Standard für autonomes Shopping
Inhaltsverzeichnis
Stellen Sie sich vor, Ihr Online-Shop verkauft, während Sie sich auf Ihr Kerngeschäft konzentrieren – gesteuert von KI-Agenten, die für Ihre Kunden den perfekten Kauf abwickeln. Welche Schritte führen dorthin? Genau das klären wir jetzt.
Agentic Commerce: Wenn KI-Agenten den Einkauf übernehmen
Die Spielregeln im Online-Shopping ändern sich. Der Treiber dieser Entwicklung ist Agentic Commerce. Dieses Konzept beschreibt eine Form des Online-Einkaufs, bei der KI-Agenten autonom komplette Kaufprozesse abwickeln – direkt im Auftrag Ihrer Kunden. Diese Entwicklung markiert den Übergang von unterstützender KI zu autonomen Systemen, die eigenständig handeln.
Diese neuen KI-Agenten planen selbstständig, vergleichen Angebote, verhandeln Preise und schließen Transaktionen ab. Stellen Sie sich vor, ein Kunde formuliert nur noch ein Ziel – zum Beispiel „Finde die besten nachhaltigen Laufschuhe für einen Marathon unter 150 €“ – und der Agent erledigt den Rest. Er kann eigenständig Warenkörbe füllen und nach Freigabe komplexe Aktionen über verschiedene Touchpoints hinweg ausführen. Für Ihr Unternehmen bedeutet das eine enorme Steigerung der Effizienz, da manuelle Prozesse im Kundenservice wegfallen.
Herzstück der Ankündigung: Das Universal Commerce Protocol (UCP)
Google hat das Universal Commerce Protocol (UCP) als technische Grundlage für diese Zukunft vorgestellt. Laut einer offiziellen Ankündigung ist das UCP ein neuer Open-Source-Standard, der die nächste Generation des Agentic Commerce antreibt. Es schafft eine gemeinsame Sprache und sorgt für eine reibungslose Kommunikation zwischen den KI-Systemen der Kunden, den Plattformen der Unternehmen und den Zahlungsanbietern.
Das UCP reduziert die technische Komplexität für Händler drastisch. Anstatt für jeden KI-Agenten eine eigene Schnittstelle zu entwickeln, interagieren alle Agents über das UCP. Der Standard ist darauf ausgelegt, mit der bestehenden Infrastruktur von Händlern zu arbeiten und ist mit anderen Protokollen kompatibel. Die Entwicklung in Zusammenarbeit mit Branchenführern wie Shopify, Walmart und Zalando sichert seine Praxisrelevanz und eine breite Akzeptanz.

Wie das Universal Commerce Protocol UCP technische Barrieren abbaut
Der Kernvorteil des Universal Commerce Protocol (UCP) ist die Standardisierung. Das Protokoll bildet die gesamte Customer Journey ab – von der Produktentdeckung bis zum Ordermanagement. Für Businesses entfallen damit die technischen Hürden, die einer breiten Einführung von KI-Agenten bisher im Weg standen. Die AI Agents können über das UCP dynamisch die Fähigkeiten eines Händlers sowie verfügbare Zahlungsoptionen erkennen. Das UCP unterstützt dabei verschiedene Transportwege wie APIs und Agent2Agent-Kommunikation (A2A).
Agent Payments Protocol AP2: Sicherer Zahlungsverkehr für KI-Systeme
Ein autonomer Einkaufsprozess erfordert ein Höchstmaß an Sicherheit. Google hat hierfür das Agent Payments Protocol (AP2) geschaffen, ein offenes Protokoll speziell für Transaktionen durch KI-Agenten. Die Sicherheit der Payments wird durch kryptografisch signierte Mandate gewährleistet. Diese Mandate verknüpfen Kaufabsicht, Warenkorb und Zahlung untrennbar miteinander. Das Ergebnis ist ein lückenlos verifizierbarer Audit-Trail für jede Transaktion.
Die breite Unterstützung durch Branchenriesen wie Mastercard, American Express und PayPal unterstreicht die Verlässlichkeit dieses Systems. Mit AP2 können KI-Agenten autonom und sicher Transaktionen im Namen der Nutzer ausführen. Für Retailers und ihre Kunden bedeutet dies eine neue Stufe des Vertrauens in automatisierte Shopping-Prozesse. Weitere technische Details zum AP2 sind öffentlich zugänglich.
Strategische Vorteile: Was Werbetreibende jetzt wissen müssen
Die Einführung von Google Agentic Commerce bringt konkrete Werkzeuge für Ihr Wachstum mit sich. Händler und Werbetreibende können diese schon bald nutzen. Die Neuerungen schaffen direkte Kontaktpunkte zu kaufbereiten Kunden und bieten neue Hebel für die Performance-Steigerung.

Zwei der wichtigsten neuen Tools sind:
- Business Agent: Dieses Feature funktioniert wie ein virtueller Verkaufsassistent direkt in der Google-Suche. Nutzer können mit einer Marke chatten, um Produktfragen zu klären. Der Agent antwortet in der spezifischen Stimme der Marke und schafft wertvolle Kontaktmomente in kritischen Phasen der Kaufentscheidung.
- Direct Offers: Dies ist ein neues Pilotprojekt für Werbetreibende in Google Ads. Es erlaubt, exklusive Angebote – zum Beispiel 20 % Rabatt – direkt im AI Mode der Suche auszuspielen, wenn ein Nutzer hohe Kaufbereitschaft signalisiert. Die KI von Google bestimmt den perfekten Zeitpunkt, um das Angebot zu präsentieren und den Verkauf abzuschließen.
Optimierung über das Merchant Center für die Conversational Era
Die Basis für Ihre Sichtbarkeit im Agentic Commerce sind exzellente und strukturierte Produktdaten. Google führt deshalb Dutzende neuer Datenattribute im Google Merchant Center ein. Diese gehen über traditionelle Keywords hinaus und umfassen beispielsweise Antworten auf Produktfragen oder Informationen zu Zubehör. Gut gepflegte Daten sind der entscheidende Faktor, damit Ihre Produkte in neuen Oberflächen wie Gemini oder Business Agents optimal gefunden werden.
Der neue Checkout-Prozess: Nahtlos shopping with Google
Eine der spürbarsten Änderungen ist der durch das UCP ermöglichte, extrem vereinfachte Checkout-Prozess. Kunden schließen Käufe direkt aus den Produkteinträgen im AI Mode der Google-Suche oder in der Gemini App ab. Sie müssen die Google-Oberfläche dafür nicht mehr verlassen. Dieser Prozess minimiert Reibungsverluste durch Warenkorbabbrüche und steigert so die Konversionsraten signifikant.
Die Abwicklung der Payments ist sicher, da der Checkout auf die Daten aus Google Wallet zurückgreift. Bald wird auch eine direkte Integration von PayPal möglich sein. Wichtig für Händler: Sie bleiben jederzeit der „Seller of Record“ und können die Integration anpassen. Ein optimierter Checkoutprozess ist ein zentraler Hebel für mehr Wachstum.

Fazit: Die Ära der autonomen Shopping-Agenten beginnt
Google Agentic Commerce ist kein Trend, sondern der nächste logische Schritt in der Zukunft des E-Commerce. Offene Standards wie das Universal Commerce Protocol (UCP) und das Agent Payments Protocol (AP2) schaffen das Fundament für ein Ökosystem, in dem KI-Agenten den gesamten Kundenlebenszyklus steuern.
Für Händler und Businesses ist jetzt der richtige Zeitpunkt, die Weichen zu stellen. Die Optimierung Ihrer Produktdaten im Merchant Center und die strategische Vorbereitung auf neue Werbeformate sind entscheidende Schritte. So sichern Sie sich im Zeitalter des autonomen Handels nachhaltiges Wachstum und klare Wettbewerbsvorteile.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Google Agentic Commerce
Was ist agentisches Einkaufen?
Agentisches Einkaufen, oder Agentic Commerce, beschreibt einen Online-Einkauf, bei dem ein KI-Agent autonom und im Auftrag eines Nutzers den gesamten Kaufprozess von der Produktsuche bis zum Checkout durchführt.
Wie funktioniert Agentic Commerce?
KI-Agents erhalten vom Nutzer einen Auftrag (z.B. „Finde für mich nachhaltige Laufschuhe Größe 43 unter 150€“), vergleichen selbstständig Angebote, verhandeln Preise und schließen den Kauf über standardisierte Protokolle wie Googles UCP ab.
Was ist der Vorteil des Universal Commerce Protocol (UCP)?
Der Hauptvorteil des UCP ist die Schaffung eines einheitlichen Standards. Dieser vereinfacht die komplexe Integration zwischen verschiedenen KI-Agents, Händlersystemen und Zahlungsanbietern drastisch und ebnet so den Weg für einen nahtlosen, agenten-gesteuerten Handel.
Was ist Google Commerce?
Google Commerce umfasst alle Produkte und Dienstleistungen von Google, die den Online- und Offline-Handel unterstützen. Dazu gehören die Google Suche, Google Shopping, Google Pay, Google Wallet und neuere Initiativen wie Agentic Commerce.
Eric Hinzpeter ist Experte für KI-Automation und Content-Marketing. Er optimiert Content-Workflows durch intelligente Automatisierung und generative KI, um Skalierbarkeit mit Qualität zu vereinen. Sein Fokus liegt auf der strategischen Implementierung von KI-Pillars, die manuelle Prozesse eliminieren und die digitale Präsenz effizient auf das nächste Level heben.