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ITP bei Mozilla und Googles Antwort: GTAG – Global Site Tag

Intelligent Tracking Protection

Im August 2016 veröffentlichte Apple mit Safari 11 den ersten Browser mit ITP. Werbetreibende sollten damit daran gehindert werden, das Verhalten von Website-Besuchern über einen längeren Zeitraum zu tracken. Hauptsächlich betrifft dies das Cross-Site-Tracking. Das Speichern von Cookies von Drittherstellern (Third-Party-Cookies) wird dabei auf 24 Stunden beschränkt und die Daten nach 30 Tagen gelöscht, falls die Besucher die Seite nicht in diesem Zeitraum erneut besuchen. Währenddessen wird ebenfalls verhindert, dass weitere Daten gesammelt werden.

Ein Beispiel: Angenommen, der Nutzer sucht auf Domain 1 nach einem neuen Produkt und später auf Domain 2 nach etwas anderem. Auf beiden Seiten ist der gleiche Tracker eingesetzt und dieser legt einen Browser-Cookie auf dem PC des Nutzers ab, dann weiß der Betreiber des Trackers genau, was der Nutzer auf Domain 1 und 2 gemacht hat, in welchem Browser und in welcher Sprache und noch vieles mehr. Er kann daraus ein Profil erstellen und die Informationen für weitere Werbemaßnahmen nutzen. Das heißt, ein Dritter, der mit den Seiten eigentlich nichts zu tun hat (also eine sogenannte “Third-Party”), erfasst, speichert und verarbeitet Daten über den Nutzer. Mit der ITP soll die Privatsphäre des Nutzers besser geschützt werden.

Das beschriebene Vorgehen betrifft aber auch Google Ads. Im Endeffekt würde Google Ads deutlich weniger bis keine Informationen mehr tracken, wenn dessen Cookies weiterhin als Third-Party-Cookies gelten würden.

Im September 2017 startete Google die Beta-Phase des Global Site Tag, zu Deutsch: Allgemeiner Website-Tag, kurz GTAG. Damals hieß er noch Google Analytics Global Site Tag. Im Oktober 2017 wurde dieser schon im neuen Google AdWords-Interface angezeigt, sobald man einen neuen Conversion-Code erstellt hat. Der GTAG war die Antwort auf Apples ITP.

Das bis dato aktuelle Universal Analytics Tracking, welches die analytics.js nutzt, konnte aufgrund der ITP nicht mehr alle Conversions korrekt erfassen. Für Website-Betreiber mit geringem Nutzeranteil, mit Safari 11, war der Umstieg noch nicht zwingend. Laut statista.com lag der Anteil des Safaris-Browsers bei ca. 11%. In diesen 11% sind auch alle vorherigen Versionen ohne ITP enthalten. Die meisten Website-Betreiber dürften davon nicht so stark betroffen sein. Da der Datenschutz ein sehr sensibles Thema war und ist und auch die Übergangsfrist zur Wirksamkeit der DSVGO so langsam auslief, war es abzusehen, dass sich ITP weiter verbreiten würde.

Im September 2018 hat dann auch Mozilla angekündigt, dass beim Firefox ab Version 63 (Release 23.10.2018) ebenfalls Intelligent Tracking Protection zum Einsatz kommt. Das ist der zweite Browser, der ITP einsetzt und zusammen mit Safari würde der Anteil der nicht-trackbaren Nutzer bereits auf 38% steigen (statista.com, Juli 2018). Das ist ein so großer Traffic-Anteil, dass jeder Website-Betreiber, der Tracking betreibt, dazu motivieren sollte das Tracking auf den GTAG umzustellen. Es sei kurz erwähnt, dass auch der Google Tag Manager als Alternative zum GTAG genutzt werden kann. Im GTM muss aber noch der Conversion Linker aktiviert werden.

Neben der Funktion die Cookies von Third-Party auf First-Party umzustellen, gibt es noch weitere Vorteile.

Google konsolidiert mit dem GTAG die Tracking-Codes für Google Produkte. Die Mehrheit wird das am Beispiel Google Analytics und Google Ads feststellen.

Der GTAG

Der GTAG nutzt die neue Bibliothek gtag.js, welche die analytics.js ersetzt. Er übernimmt die Funktion des Website-Trackings von Google Analytics und des Remarketing-Codes von Google AdWords, jetzt Google Ads. Daher wird auch oft vom „allgemeinen Website-Tag“ gesprochen.

Abbildung 1 zeigt den allgemeinen Website-Tag aus einem Google Ads-Konto heraus:

Abb. 1: Allgemeiner Website-Tag für Google Ads, Quelle: Google Ads Konto

Abbildung 2 zeigt den allgemeinen Website-Tag aus Google Analytics heraus.

Abb. 2: Allgemeiner Website-Tag für Google Analytics, Quelle: Google Ads-Konto

Wie man sieht, ähneln sich die Codes sehr. Google weist darauf hin, dass der GTAG nur leicht angepasst und dann nur einmal für beide Tools eingebaut werden kann. Wie schon in der Vergangenheit, vermeidet Google auch hier die für Deutschland vorgeschriebene IP-Anonymisierung, welche dann händisch nachgepflegt werden muss.

Nutzt man beide Tools, so kann man die Codes ganz leicht zusammenfügen.

Je nachdem welchen Ursprung der implementierte Code hat, muss man entweder den Teil von Google Analytics oder den Teil von Google Ads einfügen.

Hat man den Code aus Google Analytics, dann fügt man folgende Zeile über den schließenden Script-Tag hinzu:

gtag(‚config‘, ‚AW-CONVERSION-ID‘);

Hat man den Code aus Google Ads, dann fügt man nur die folgende Zeile über den schließenden Script-Tag hinzu:

gtag(‚config‘, ‚UA-PROPERTY_ID‘, { ‚anonymize_ip‘: true });

Der Vollständigkeit halber habe ich diese gleich um die fehlende IP-Anonymisierung ergänzt.

Am Ende sieht der allgemeine Website-Tag wie folgt aus:

<script async src=“https://www.googletagmanager.com/gtag/js?id=GA-PROPERTY_ID“></script>
<script>
 window.dataLayer = window.dataLayer || [];
 function gtag(){dataLayer.push(arguments);}
 gtag(‚js‘, new Date());

 gtag(‚config‘, ‚AW-CONVERSION-ID‘);
 gtag(‚config‘, ‚UA-PROPERTY_ID‘, { ‚anonymize_ip‘: true });
</script>

Dieser wird übrigens im Head implementiert und nicht im Body. Ein Vorteil davon ist, dass man ein zu spätes Laden des Trackingcodes (was durchaus passieren konnte, wenn er im Body implementiert wurde) verhindern kann.

Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Dynamisches Remarketing

Wie beschrieben übernimmt der allgemeine Website-Tag die Funktionen des alten Remarketing-Tags.

Wer zusätzlich das dynamische Remarketing nutzt, der muss, wie früher, wieder ein zusätzliches Snippet implementieren, selbst wenn das alte Snippet bereits implementiert wurde. Da sich die Syntax der Tags ändert, ist das alte Snippet nicht kompatibel.

Das mit dem GTAG kompatible Snippet für das dynamische Remarketing für Google Ads:

<script>
 gtag(‚event‘, ‚page_view‘, {’send_to‘: ‚AW-CONVERSION-ID‘,
  ‚ecomm_prodid‘: ‚Produkt-ID bzw. IDs von der Seite‘,
  ‚ecomm_pagetype‘: ‚Variable für den Seiten-Typ siehe Link‘,
  ‚ecomm_totalvalue‘: ‚Artikelwert, wie der Kunde ihn auf der Seite sieht‘
 });
</script>

 

Seiten-Typen

Bezeichnung Seite im Shop
home Startseiten
product Produktdetailseiten
cart Warenkorb (gefüllt)
purchase Dankeschön-Seite / Auftrag abgeschlossen-Seite
other alles andere wie Impressum, Datenschutz, Blog, Mein Konto, Hilfeseiten, etc.
category Kategorie-Seiten
searchresults Suchergebnisseiten

Tabelle: Seitentypen

Im neuen Google Ads Interface findet man den dynamischen Remarketing-Tag an einer ganz anderen Stelle als im alten Interface.

Man ruft dazu die „Zielgruppenverwaltung“ unter “Tools” auf und klickt dann auf der neuen Seite ganz links auf “Zielgruppen-Quellen”. Auf der neuen Seite klickt man dann auf die drei Punkte (oben rechts) der Fliese “Google Ads-Tag”.

Abb. 3: Google Ads-Tag-Fliese, Quelle: Google Ads Konto

Auf der neuen Seite kann man weitere Einstellungen für das Remarketing vornehmen:

Abb. 4: Remarketing-Einstellungen, Quelle: Google Ads Konto

Wählt man beispielsweise „Einzelhandel“ aus, erscheinen die obligatorischen und optionalen dynamischen Parameter, die verbaut werden können:

Abb. 5: Übersicht Parameter Einzelhandel, Quelle: Google Ads Konto

Abb. 6: Ereignis-Snippet dynamisches Remarketing, Quelle: Google Ads Konto

Weitere Informationen finden Sie hier:

https://support.google.com/google-ads/answer/6077091?hl=de&ref_topic=6077046 https://support.google.com/google-ads/answer/7305793?hl=de&ref_topic=3180758

Ereignis-Snippets

Für die Erfolgsmessung war früher das AdWords Conversion-Tracking zuständig. Beim GTAG werden Conversions über Ereignisse getrackt. Dazu müssen separate Ereignis-Snippets implementiert werden. Damit diese dann die Conversions tracken, muss der allgemeine Website-Tag auf der Seite vorher geladen worden sein. Auf die Dankeschön-Seite müssen also der allgemeine Website-Tag (im Head) und das Ereignis-Snippet (im Body) implementiert werden.

Je nachdem, ob dynamische Werte mitgeliefert werden sollen und ob die Conversion per Klick oder Seitenaufruf getrackt werden soll, unterscheiden sich die zu verwendenden Ereignis-Snippets.

Snippets für Seitenaufruf ohne dynamische Werte:

<script>

gtag(‚event‘, ‚conversion‘, {
 ’send_to‘: ‚AW-CONVERSION-ID/CONVERSION-LABEL‘

,});

</script>

Werden dynamische Werte benötigt, dann kann unter folgenden gewählt werden:

Umsatz

Währung

Auftragsnummer bzw. Bestell-ID

 

Dann sieht das Snippet folgendermaßen aus:

gtag(‚event‘, ‚purchase‘, {
 ’send_to‘: ‚AW-CONVERSION-ID/CONVERSION-LABEL‘,
 ‚value‘: Platzhalter für die Umsatz-Variable,
 ‚currency‘: ‚Währung‘,
 ‚transaction_id‘: ‚Bestell-ID‘
});

Für die Klick-Conversion, OnClick, sieht das Snippet ohne dynamische Werte wie folgt aus:

<script>

function gtag_report_conversion(url) {

 var callback = function () {

   if (typeof(url) != ‚undefined‘) {

     window.location = url;

   }

 };

 gtag(‚event‘, ‚conversion‘, {

     ’send_to‘: ‚AW-CONVERSION-ID/CONVERSION-LABEL‘,

     ‚event_callback‘: callback

 });

 return false;

}

</script>

Werden dynamische Werte mitgeliefert, so ist das OnClick-Snippet:

<script>

function gtag_report_conversion(url) {

 var callback = function () {

   if (typeof(url) != ‚undefined‘) {

     window.location = url;

   }

 };

 gtag(‚event‘, ‚conversion‘, {

     ’send_to‘: ‚AW-CONVERSION-ID/CONVERSION-LABEL‘,

     ‚value‘: Platzhalter für die Umsatz-Variable-punktgetrennt,

     ‚currency‘: ‚Währung‘,

     ‚transaction_id‘: ‚Bestell-ID‘

     ‚event_callback‘: callback

 });

 return false;

}

</script>

Weitere Informationen finden Sie hier.

Google Analytics Ecommerce Tracking

Ebenso, wie beim Universal Analytics, muss auf der Bestellabschluss-Seite noch ein spezieller Code implementiert werden, wenn man das Ecommerce-Tracking von Google Analytics nutzen möchte.

Auch dieses muss mit dem neuen, GTAG-kompatiblen, Ecommerce-Tracking-Code ersetzt werden.

<script>
gtag(‚event‘, ‚purchase‘, {
 „transaction_id“: „VARIABLE_EINSETZEN_BESTELLNUMMER“,
 „affiliation“: „SHOPNAME_EINSETZEN“,
 „value“: VARIABLE_EINSETZEN_GESAMTWERT_NETTO, //ohne Versandkosten
 „currency“: „WÄHRUNG_EINSETZEN“, //z.B. EUR, CHF
 „tax“: VARIABLE_EINSETZEN_STEUERWERT, //Steuern der Bestellung
 „shipping“: VARIABLE_EINSETZEN_VERSANDKOSTEN, //Versandkosten der Bestellung
 „items“: [ //Eine Schleife einbauen für jedes Produkt in der Bestellung
   {
     „id“: „VARIABLE_EINSETZEN_PRODUKT_ID“,
     „name“: „VARIABLE_EINSETZEN_PRODUKT_NAME“,
     „brand“: „VARIABLE_EINSETZEN_BRAND“, //optional
     „category“: „VARIABLE_EINSETZEN_PRODUKT_KATEGORIE“,
     „variant“: „VARIABLE_EINSETZEN_VARIANTE“, //optional
     „list_position“: 1, //an welcher Stelle im Warenkorb
     „quantity“: VARIABLE_EINSETZEN_ANZAHL,
     „price“: ‚VARIABLE_EINSETZEN_PRODUKT_PREIS’  //Einzelstückpreis
   },
   { // Wiederholen für jedes Produkt
     „id“: „P67890“,
     „name“: „Flame challenge TShirt“,
     „brand“: „MyBrand“,
     „category“: „Apparel/T-Shirts“,
     „variant“: „Red“,
     „list_position“: 2,
     „quantity“: 1,
     „price“: ‚3.0‘
   }
 ]
});
</script>

Weiterführende Informationen finden Sie hier.

Google Analytics Ereignistracking

Auch beim Ereignis-Tracking von Google Analytics gilt es, den bestehenden Code durch die neue Version zu ersetzen.

Zusätzlich hat Google noch einige Default Google Analytics Events erstellt, damit das Setzen von Ereignissen für das Enhanced Ecommerce einheitlicher wird: Bsp.: add_to_cart, add_to_wishlist usw.

Das Ereignis-Tracking im GTAG-Format sieht wie folgt aus:

gtag(‚event‘, <action>, {
 ‚event_category‘: <category>,
 ‚event_label‘: <label>,
 ‚value‘: <value>
});

Weitere Informationen finden Sie hier: https://developers.google.com/analytics/devguides/collection/gtagjs/events

Ein weiterer Vorteil, der jetzt Google Analytics zugute kommt, ist das Cross-Device-Tracking. Mit Google Adwords war Cross-Device-Tracking schon lange möglich. Mit Google Analytics hingegen nur Cross-Channel-Tracking. Mit der Vereinheitlichung des Tracking-Codes ist bzw. war es nur eine Frage der Zeit, dass auch Google Analytics Cross-Device-Tracking kann.

Vor einigen Wochen wurde die Beta “Datenerfassung für Google-Signale” in Google Analytics veröffentlicht. Wie man hier lesen kann, lassen sich nach Aktivierung: “[… beispielsweise geräteübergreifend Zielgruppen ermitteln …]”

Abb. 7: Property-Einstellungen Datenerfassung für Google Signale, Quelle: Google

Analytics Konto

So kann man zusammenfassen, dass es nicht nur keinen Grund mehr gibt, nicht auf den GTAG zu wechseln, sondern, dass der Wechsel notwendig ist, wenn man ernsthaft Tracking betreiben möchte. Wenn man ca. 38% seines Traffics nicht trackt, kann man es auch ganz unterlassen.

Vorteile des GTAG

  • Vereinheitlichung des Trackings von Google Produkten (für die Mehrheit wohl Google Analytics und Google Ads)
  • Entgegenwirken gegen ITP
  • Cross-Device-Tracking für Google Analytics
  • Standard-Events für das Enhanced Ecommerce-Tracking
  • Weniger Gefahr von Abweichungen zwischen Analytics und Google Ads

Neben diesen Vorteilen gibt es aber auch einen Nachteil, von dem ich bislang noch nirgends lesen konnte.

Wurde und wird Google Analytics häufig wegen seines Trackings der Nutzer auf der Website geblockt und Google AdWords dagegen nur sehr selten, da kein Verhalten aufgezeichnet wird, so wird jetzt entweder beides zusammen geblockt oder keines von beidem. Das Fehlen von positivem Feedback von der Seite in Form von Conversions u.ä. ist natürlich ungünstig für eine performante Ausrichtung der Kampagnen, beispielsweise für die Gebotsstrategien. So hatte dies früher nur Auswirkungen in Google Analytics, in Form von fehlenden Aufträgen, die aber in Google AdWords dennoch erfasst wurden. Zukünftig werden diese dann wohl in beiden Tools fehlen, was die Aussteuerung verschlechtert.

Haben Sie schon Ihr Tracking auf GTAG umgestellt?

Wie stark war Ihre Seite von ITP bis jetzt betroffen?

Wie finden Sie, dass Cross-Device-Tracking in Google Analytics einzieht?

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Christian Hermann

Veröffentlicht von Christian Hermann

Alle unsere Mitarbeiter sind Google Ads Spezialisten und setzen sich täglich mit viel Engagement für unsere Kunden und ihre Ziele ein. Dieser Beitrag wurde von Christian verfasst. Für seine Kunden übernimmt er jeden Tag den Aufbau der Google Ads Konten und das gesamte Kampagnen Management. Als Teamleiter übernimmt er zusätzliche Koordinationsaufgaben und unterstützt die Account Manager in jeder Situation.

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