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UX – User Experience

„Der Nutzer steht an erster Stelle, alles Weitere folgt von selbst.“, lautet der erste der 10 Google Grundsätze. Und wie ist das mit Grundsätzen? Genau, an die hält man sich. Suchmaschinenmarketing führt in eine Sackgasse, wenn die Webseite nicht das hält, was sie verspricht. Eine Menge vielversprechender Werbetexte führen den Nutzer in einen Dschungel von Content und unübersichtlicher Navigation, was zu einer hohen Absprungrate und, damit verbunden, einer sehr niedrigen Conversion-Rate führt. Trotz der starken Bedeutung, die der User Experience zugeschrieben wird, wissen kleine und mittelständische Unternehmen nicht umfassend darüber Bescheid. In vielen Kreisen werden Usability und User Experience synonymhaft verwendet, da es bei einem oberflächlichen Verständnis schwer ist, beide stringent voneinander abzugrenzen. Daher stellt sich die Frage, ist User Experience = Usability + X und, falls ja, was ist das „X“?

Die User Experience (dt. Nutzererlebnis) ist eines der zentralen Konzepte für den Erfolg einer Webseite. Sie bestimmt, ob und wie lange ein Nutzer bei einer Anwendung verweilt, oder ob er sie unmittelbar verlässt. Somit wirkt es sich nicht nur auf die Nutzung aus, sondern auch auf die Markenwahrnehmung und in diesem Zusammenhang auch die Weiterempfehlung. Wenn die individuellen Ziele des Nutzers zufriedenstellend erreicht sind, kommt dies einer belohnenden Erfahrung gleich, die oft als „Joy of Use“ beschrieben wird. Somit liegt nahe, wieso die Usability so ein maßgeblicher Faktor für eine gute User Experience ist. Kaum ein digitales Medium wird heute noch entwickelt, ohne eine solche emotionale Ansprache. Wichtig hierbei ist die Abgrenzung der Freude (joy) von Spaß (fun). Eine Webseite für Versicherungen wird sicherlich nicht im gleichen Maße spaßig sein, wie ein Onlinegame, die Freude entsteht jedoch, wenn die Nutzungsziele des Besuchers einfach erreicht werden können.

Was genau die User Experience ausmacht, welche Faktoren dabei eine wichtige Rolle spielen und wie sie sich von der Usability abgrenzt soll nachfolgend geklärt werden.

Abb. 1: Usability und User Experience (Fokus)

User Experience bezieht sich auf alle Erwartungen, Wahrnehmungen und Reaktionen des Nutzers, die vor, während und nach dem eigentlichen Besuch bestehen. Also Erfahrungen, die ein Besucher im Umgang mit dem Webauftritt macht. Das subjektive Nutzererlebnis im Gesamten steht also im Fokus.

Hierbei wird bereits der Unterschied zwischen beiden Messgrößen deutlich: Usability kann quasi als ein Kriterium für die UX gesehen werden, die ihren Teil zum (subjektiven) Gesamteindruck der Webseite und der dazugehörigen Organisation beiträgt.

Abb. 2: Usability und User Experience: Leitbild

Usability stellt lediglich ein Qualitätskriterium dar und bezieht sich hierbei ausschließlich auf die Bedienbarkeit der Webseite und der dazugehörigen Elemente. Diese orientiert sich an Effektivität, Effizienz und Zufriedenstellung. Es geht also im Kern darum, wie benutzerfreundlich oder gebrauchstauglich Produkte oder Dienstleistungen sind.

Beim Thema User Experience geht es folglich darum, Bedürfnisse des Nutzers zu befriedigen.

Die erlebte Qualität ist von unterschiedlichen Erfolgsfaktoren abhängig:

Utility: nützliche Inhalte und Funktionen für die Zielgruppe

Accessibility: kompatibel mit verfügbarem Endgerät, kurze Ladezeiten

Usability: effektiv, effizient und einfach zu bedienen

Ästhetik: optisch ansprechend, passend zur Marke

Ein AdieUX für nicht zielführende Webauftritte

Mit einer positiven User Experience überzeugt die jeweilige Webseite nicht nur den User, sondern sammelt auch Pluspunkte bei Google und anderen Suchmaschinen. Das ist aber nicht der einzige Vorteil: Wenn dem Nutzer eine hervorragende Nutzererfahrung geboten wird, kann langfristig die Absprungrate gesenkt werden.

Das Hauptziel aus wirtschaftlicher Perspektive ist dabei die Erhöhung der Conversion Rate. Die Ziele, die als Conversion gemessen werden, sind dabei jedoch so verschieden wie die Anzahl existierender Produkte und Dienstleistungen. Von der Erhöhung der Umsätze im Shop, über den Zuwachs an Abonnenten für den Newsletter bis hin zur Kontaktaufnahme mit dem Unternehmen. Eines haben sie dennoch gemeinsam, und zwar, dass ihr Erfolg sehr stark von den Bedürfnissen und Erwartungen der potentiellen Kunden abhängig ist.

Um seine User Experience auf den Prüfstand zu stellen, gibt es nachfolgend verschiedene Aspekte, die Sie beachten sollten, um Ihren Nutzern bestmöglich Freude beim Umgang mit Ihrer Webseite zu bereiten.

1. Persuasives Design

Ziel der User Experience ist es, dass der Nutzer auf der Webseite nicht nur möglichst zeitnah findet, wonach er sucht, sondern auch ein gutes Gefühl während seines Aufenthaltes hat und dieser sogar zu einem Erlebnis wird. Damit Entscheidungen von einem Besucher beeinflusst werden können, ist es wichtig, die Prinzipien des persuasiven Designs in seine Überlegungen mit einzubeziehen, denn das Design bestimmt das Verhalten des Nutzers entscheidend mit. Sollte der potenzielle Kunde sich nicht ausreichend ästhetisch oder inhaltlich abgeholt fühlen, wird er sehr schnell zu einer anderen Webseite – im schlimmsten Fall zur Konkurrenz – wechseln. Um dem vorzubeugen, sollten unbedingt persuasive Design-Elemente verwendet werden. Diese basieren auf psychologischen Grundsätzen und verschiedenen Prinzipien:

Abb. 3: Prinzipien des User Designs

2. Interaktion, Interaktion, Interaktion

Interaktive Elemente involvieren den Nutzer, und können sogar zu einer langfristigen Kundenbindung führen, wenn diese zielführend gestaltet sind. Reine Content-Landschaften oder aggressive Marketing-Texte werden bei den meisten Nutzern kein gutes Nutzererlebnis erzielen können. Es ist ratsam, Mitmach-Buttons anzubieten, Social Media Kanäle zu integrieren oder Umfragen nutzen. Dabei sollten die Buttons oder Interaktionsflächen immer so eindeutig wie möglich gekennzeichnet werden. Ziel ist es, dass der Nutzer sobald er sich mit Ihrer Webseite auseinandersetzt, sofort weiß, womit er auf welche Art interagieren kann. Die größte Freude bereiten dem Besucher nämlich Erfolgserlebnisse.

3. Eye Tracking

Bereits der erste Augenblick ist entscheidend für die weitere Handlung des Website-Besuchers. Innerhalb von Zehntelsekunden entsteht der erste Eindruck beim Nutzer, der nicht verhindert werden kann. Aus diesem Grund kann das Eye-Tracking eine sehr fruchtbare Methode sein, das Nutzerverhalten genau zu analysieren und darauf aufbauend Anpassungen vorzunehmen. Erfahrungsgemäß folgt der Besucher einem bestimmten Schema, dem so genannten F-Muster. Hierbei wird zuerst die obere linke Ecke gescannt, wobei der Blick dann weiter nach rechts zur anderen Seite wandert. Darauffolgend kehren sie zur linken Seite zurück, weiter nach unten setzen sich die Augenbewegung erneut nach rechts fort. Eine klare und stringente Struktur auf der Seite kann diese automatischen Blickbewegungen unterstützen bzw. aufgreifen und so den Nutzer bestmöglich führen.

4. ASAP

Um den potenziellen Kunden jetzt und auch in Zukunft die bestmögliche User Experience bieten zu können, sollten Sie mobile Geräte auf jeden Fall bevorzugt behandeln. Mobile First hat sich zum absoluten Leitsatz im Performance Bereich etabliert. Allem voran das Responsive Design. Daneben hat auch die Verkürzung der Wartezeiten einen hohen Einfluss auf den Nutzer, denn viele verlieren fast die Hälfte der Besucher während der Ladezeit. Durch sorgfältige Entwicklungsarbeit und nachträglichen Verbesserungen am Code der Software oder Webseite lässt sich immer etwas Zeit einsparen. Zudem können Sie versuchen, verschiedene Versionen für verschiedene Endgeräte zu erstellen, so kann ebenfalls einiges an Rechenleistung eingespart werden und die Performance deutlich verbessert werden.

5. Schlüssigkeit

Etliche Navigationssysteme sind eher schädlich statt förderlich für die User-Experience, wenn Nutzer zu viel Zeit mit der Suche nach bestimmten Schaltflächen oder Menüs verbringen. Die digitale Journey ist geprägt von Ungeduld, weshalb Webseiten immer schlüssig auf die Anforderungen der Zielgruppe ausgerichtet sein sollten. Um für den Kunden ein Erlebnis zu schaffen, muss man ihn auch für das Produkt oder die Dienstleistung begeistern. Wecken Sie bei den Kunden positive Emotionen, denn so werden auch Ihre Marke und Ihr Unternehmen von der entstehenden Beziehung langfristig profitieren.

Fazit

User Experience macht sich zum Ziel, positive Erlebnisse systematisch herbeizuführen, indem psychologische Bedürfnisse direkt in die Gestaltung der Webseite eingebracht werden, um diese zu erfüllen. Für diese reichen die klassischen Usability-Methoden nicht mehr aus, es bedarf also einer neuen Herangehensweise. Hieraus können wir ableiten, dass User Experience mehr ist, als nur eine Erweiterung der Usability. Denn im Fokus steht nicht die Gestaltung der Webseite, um eine zielführende Handlung zu erzeugen. Primär sollen positive oder sogar persönliche Erlebnisse in der Interaktion entstehen. UX erweitert Usability also maßgeblich um ästhetische UND emotionale Faktoren wie Aspekte der Vertrauensbildung.

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Michel Stindl

Veröffentlicht von Michel Stindl

Alle unsere Mitarbeiter sind Google Ads Spezialisten und setzen sich täglich mit viel Engagement für unsere Kunden und ihre Ziele ein. Dieser Beitrag wurde von Michel verfasst. Für seine Kunden übernimmt er jeden Tag den Aufbau der Google Ads Konten und das gesamte Kampagnen Management.

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