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Spotted. Exklusive Insights des neuen Interface

Wir alle brauchen von Zeit zu Zeit einen neuen Look. Vielleicht ist es mal nur ein neuer Haarschnitt, ein anderes Mal sogar ein komplettes Makeover. Bei AdWords ist das genauso, wie durch das neueste Facelift bewiesen wurde. Bereits acht Jahre ist es her, dass das Interface zuletzt neugestaltet wurde, eine Typveränderung war also eigentlich längst überfällig. Doch dann stellt sich die Frage: War ich nicht mit dem Gewohnten total zufrieden?

Auch wenn sich sehr viele – zugegeben auch innerhalb des Agenturlebens – noch vor dem neuen Interface scheuen, da das alte so bequem und gewohnt ist, lohnt ein genauerer Blick definitiv. Es kann ja auch nicht immer Liebe auf den ersten Blick sein.

In diesem Blogbeitrag zeige ich Ihnen, dass wir alle keine Angst vor dem Ungewohnten haben müssen und welche vielen Vorteile das neue Interface haben kann. Und Achtung: Ich zeige Ihnen exklusive Features, die es nur im neuen Interface gibt.

Keine Zeit verlieren, los geht’s!

Schon vor einigen Monaten erstrahle das Google Merchant Center flächendeckend in neuem Design, clean und – nach der Eingewöhnung – mindestens genauso komfortabel wie das alte System. Das AdWords Interface lehnt sehr stark daran an, wodurch die Handhabe in beiden Oberflächen wieder angeglichen ist. Comfort first natürlich, wie man jetzt bei Google wahrscheinlich sagen würde.

Neben der zeitgemäßen Optik, stellte sich das Interface aber vor allem den enormen Veränderungen, die es in den letzten Jahren gab. Seit der letzten Neuauflage gibt es mehr als 10 neue Anzeigenformate. Anforderungen, durch die sich auch die Oberfläche technisch neu justieren muss.

Wie Sie wahrscheinlich schon bemerkt haben, wurde das neue Interface schon großflächig ausgerollt, sollten Sie nicht zu den „Auserwählten“ gehören, keine Sorge: Dies ist abhängig von verschiedenen Faktoren, wie u.a. die genutzten Funktionen, auch agenturintern gibt es viele Konten, denen der Wechsel bislang verwehrt blieb. Aber aufgepasst: Laut Google sollen bis Ende des Jahres alle AdWords Konten Zugriff auf die Beta-Version haben. Selbstverständlich ist es auch für diejenigen, die zum neuen Interface wechseln ebenso möglich, zur alten Oberfläche zurückzukehren, vor allem, weil im neuen AdWords noch nicht alle Einstellungen existieren.

Baby, du siehst gut aus.

Wie heißt es so schön? Einmal sehen ist besser als zehnmal lesen. Schon nach wenigen Klicks im neuen Interface ist das erkennbar. Visualisierungen spielen nun eine deutlich größere Rolle, was nicht nur schön für´s Auge ist, sondern das Arbeiten auch deutlich leichter macht. Eine Veränderung der Darstellung liegt vor allem in der vereinfachten Erreichbarkeit, sodass die Auswahlleiste am oberen Rand an die linke Bildschirmseite verschoben und zudem filigraner aufgesplittet wurde. Die einzelnen Unterpunkte des Displaynetzwerks (Themen, Placements usw.), sind nun zu eigenständigen Reitern aufgestiegen. Für alle die, die sich im Interface des Öfteren die Frage „Wo war das noch mal…?“ gestellt haben, hat Google nun Abhilfe geschaffen.

Eine der größten Veränderungen liegt in der Einführung der Widgets auf der Übersichtsseite.

Abb. 1: Widgets in der neuen „Übersicht“

Als am signifikantesten möchte ich die Übersichtskarte „Größte Veränderungen“ herausstellen. Diese Erweiterung ermöglicht es –  wie der Name schon sagt – die größten Veränderungen aufzuzeigen. Auch hier gibt es die Möglichkeit, die Metrik entsprechend auszuwählen.

Das Tages und Uhrzeit Widget ist eine meiner absoluten Lieblingsveränderungen, da sich die Darstellung wirklich von pain zu pleasure entwickelt hat. In jeder der drei Ansichten – Tag, Tag & Uhrzeit, Uhrzeit – kann über das Dropdown-Menü die gewünschte Metrik eingestellt werden.

Abb. 2: Tag und Uhrzeit Performance sortiert nach Conversions

Ich habe für Sie spaßeshalber die Tagesansicht gewählt und Conversions eingestellt. Sofort kann ich sehen, dass am Dienstag die meisten Sales erzielt wurden. Was vorher eine gefühlte, nein, eine tatsächliche Ewigkeit gedauert hat, ist nun nur noch einen Augenaufschlag entfernt.

Ähnlich verhält es sich auch mit den Übersichtskarten für Kampagnen- und Geräteperfomance.

Beim Wechsel in die Übersicht einzelner Kampagnen lassen sich noch weitere Widgets entdecken: In Such- und Displaykampagnen reihen sich Anzeigengruppen und Keywords mit ein, im Bereich Shopping gibt es eine Auflistung der Produktleistung.

Abb. 3: Leistung von Anzeigegruppen und Keywords in der Übersicht der Suchkampagnen

Abb. 4: Produktleistung in Shoppingkampagnen

Auch die Darstellung der Standort-Leistung (alle bekannten Metriken) darf sich über ein kleines Facelift freuen. Diese wird nun über eine Landkarte dargestellt.

Abb. 5: Leistung von Standorten in der Kampagnenansicht

Der granulare Aufbau der Informationen über das Nutzerverhalten gibt so auch Hilfestellung, um bei Budgetierungsfragen Entscheidungen treffen zu können.

Die Handlichkeit der Widgets ist für mich einfach unschlagbar. Es ist sehr strukturiert und lediglich ein Mouseover genügt, um die wichtigsten Daten auf einen Blick zu haben. Übersichtlichkeit wird hier großgeschrieben.

Schnäppchenatmung

Beim Wort „Sale“ klingeln ja zurecht bei vielen von uns die Ohren, so auch bei den Nutzern. Nach der Möglichkeit bestimmte Angebote über Shopping Anzeigen einzubinden, wird diese Funktion nun auch auf die Suche ausgeweitet.

Wenn Sie nicht zu denen gehören, die schon im alten Interface als Beta in den Genuss dieser Erweiterung kommen durften, ist diese nur in der neuen Version erreichbar.

Abb. 6: Erstellung einer Angebotserweiterung

Ausrichtung Haushaltseinkommen

Abb. 7: Nach Altersgruppen segmentierte Haushaltseinkommen

Über Geld spricht man nicht? Unsinn.

Durch die Aufschlüsselung der unterschiedlichen Einkommen wird nun auch das Targeting in Suchkampagnen möglich. Somit wird die bisherige demografische Ausrichtung aus Alter und Geschlecht um ein weiteres Merkmal ergänzt. Dies erlaubt es Ihnen, Personengruppen noch spezifischer anzusprechen und Streuverluste noch stärker zu verringern.

Durch das Diagramm im oberen Sichtfeld können Sie auf einen Blick sehen, wie Ihre Kampagnen in den einzelnen Einkommens-Segmenten performen. Entsprechende Anpassungen in Form von Gebotsanpassungen zur Leistungssteigerung können sowohl auf Kampagnen- als auch auf Anzeigengruppen vorgenommen werden.

Großes Fragezeichen

Ja, tatsächlich spielt das altbekannte Fragezeichen eine besondere Rolle beim neuen AdWords Auftritt. Mit der Tastenkombination Shift + ? können Sie sich alle möglichen Shortcuts anzeigen lassen und so mit einem Klick viel schneller die gewünschte Ansicht aufrufen. Vorausgesetzt natürlich, dass nicht wie bei mir das Nachdenken über den Tastaturbefehl länger dauert, als den Tab zu suchen.

Abb. 8: Tastenkombinationen in der neuen AdWords Oberfläche

Anzeigentests

Wie schon mehrfach deutlich geworden ist, standen bei der Entwicklung primär Handlichkeit und schnelles Agieren im Vordergrund, um die Arbeit so effektiv wie möglich gestalten zu können. Eine weitere Zeitersparnis ist nun auch in der Anzeigenerstellung gegeben. Anstatt eine Anzeige komplett neu zu erstellen, ist es über den Menüpunkt „kopieren und bearbeiten“ möglich, nur einen Teil der Anzeige zu ändern, und somit sehr viel schneller einen A/B-Test aufzusetzen.

Abb. 9: Anzeigenerstellung über die neue Funktion „kopieren und bearbeiten“

 

Abb. 10: Erstellung einer neuen Anzeige

Gebotsanpassung für Anruferweiterungen

Die neue Option „Interaktion“ macht nun den Weg frei, um auch Gebotsanpassungen bei Anruferweiterungen vorzunehmen. Ziel ist es somit, die Ausstrahlung in der mobilen Suche zu maximieren bzw. zu minimieren. Gebotsanpassungen können, wie auch u.a. bei Geräteanpassungen bekannt, in einer Spanne von -100% bis +900% genutzt werden.

Von besonderem Interesse dürfte dies für Werbetreibende sein, die Cross-Selling betreiben und dies während des Gesprächs leichter anbieten können.

Die Einstellung ist etwas versteckt und leider nicht – wie man denken würde – über die Anzeigenerweiterungen zu finden, sondern im Reiter „Erweiterte Gebotsanpassungen“. Diese Auslagerung in einen extra Tab lässt auf jeden Fall darauf schließen, dass wir in Zukunft weitere Interaktionsanpassungen vornehmen können.

Abb. 11: Erweiterte Gebotsanpassung für Anruferweiterungen

N-Gramme

N-was? Ein N-Gram ist eine Phrase, die aus verschieden vielen Worten also „n“ bestehen kann: 1-Gramme sind einzelne Worte, 2-Gramme sind Phrasen aus zwei Worten usw. Zum Beispiel „Dieser tolle Blog Beitrag“, besteht aus drei 2-Grammen (dieser tolle, tolle Blog, Blog Beitrag) und zwei 3-Grammen (dieser tolle Blog, tolle Blog Beitrag). Worauf dieser kleine linguistische Exkurs hinaus will? Bisher konnte über die Suchanfragemaske gesehen werden, welche konkreten Suchanfragen genutzt wurden. Mit Hilfe der Übersichtskarte „Suchanfragen“ kann nun die Auswertung der Leistungsdaten von Wortgruppen bestimmt werden, sowohl für einzelne Kampagnen, als auch auf Anzeigengruppenebene.

Abb. 12: Suchanfragen-Widget auf Kampagnenebene

Wenn Sie mit der Maus über den Eintrag fahren, werden Detailinformationen angezeigt.

Abb. 13: Mouseover von Suchbegriffen

Dargestellt werden dadurch beispielhafte Suchanfragen, welche die jeweiligen Wörter beinhalten, zusammen mit verschiedenen Statistiken. So lassen sich Begriffe identifizieren, die einen besonders hohen oder niedrigen Wert haben. In der Praxis lassen sie sich unter anderem nutzen, um Begriffe zu finden, die

  • ausgeschlossen werden sollten (verursachen Kosten, aber keine Conversions),
  • durch relevantere Anzeigen abgedeckt werden sollten (niedrige Klickrate) oder
  • bei einer Segmentierung von Shopping-Kampagnen berücksichtigt werden sollten (hoher oder niedriger Wert pro Klick).

Bisher ist die Funktion noch recht eingeschränkt, allerdings bin ich mir sicher, dass diese noch deutlich ausgebaut wird.

Schon gewusst?

  • dass es jetzt eine Vorschau der Sitelinks in der Anzeigenvorschau gibt
  • dass der Keyword-Planer sich nun in einem neuen Tab öffnet (total! gut!)
  • dass Spaltengrößen ab sofort anpassbar sind (yeah, endlich kein scrollen mehr)
  • dass Berichte nun zu den Dimensionen hinzugefügt werden können?

Sneak Peek

Google hat noch weitere Asse im Ärmel, die in den nächsten Monaten gelauncht werden. Lassen Sie uns einen Blick in die AdWords Überraschungstüte werfen.

Landing Page Performance

Jeder AdWords-Treibende kennt die Beeinflussung des Qualitätsfaktors durch die Relevanz der Landing Page. Noch dieses Jahr soll es möglich sein, innerhalb des Interface Erkenntnisse aus den verschiedenen Landing Pages zu ziehen. Die Ansicht soll dabei analog zum Screen der Anzeigen- und Keyword-Seiten gestaltet werden. Ziel ist es, Werbetreibenden zu helfen, die Nutzererfahrung deutlich zu optimieren und die Anzeigenperformance speziell im mobilen Bereich zu verbessern.

Google Attribution

Ganz schön stark finden wir die Ankündigung der Google Attribution, die im neuen Interface integriert werden soll. Das neue Tool verbindet dabei Daten aus AdWords, Analytics und Double Click. Der große Clue daran ist, dass Werbetreibende erstmals die Möglichkeit haben, in einem einzigen Tool und ohne zusätzliche Kosten (!) alle Marketing-Aktivitäten geräte- und kanalübergreifend zu optimieren. Momentan befindet sich die Google Attribution noch in der Beta-Phase, soll aber in den nächsten Wochen in Deutschland verfügbar sein.

Abb. 14: Darstellung der Google Attribution, Quelle: Google.

Kaufbereite Zielgruppen

Auch dieses neue Feature basiert auf maschinellem Lernen: Kaufbereite Zielgruppen für die Suche. Unternehmen sollen somit bessere Einblicke in die Kaufabsichten ihrer Nutzer erhalten und diejenigen erreichen, die sich für die Produkte und Dienstleistungen des Werbetreibenden interessieren. Um das möglich zu machen, werden Billionen von Anfragen und die Aktivität auf Millionen von Webseiten analysiert, um herausfinden zu können, wann Besucher unmittelbar vor einem Kauf stehen.

Store Sales

Durch die Aktualisierung der Deep-Learning-Modelle kann Google nun auch mit größeren Datensätzen arbeiten. Dadurch wird auch das Erfassen von Besuchen in Ladengeschäften vereinfacht. Nachdem diese Funktion bereits für Shopping-Kampagnen verfügbar ist, und sich im Such- und Displaynetzwerk in der Beta befindet, wird nun die Technologie ausgeweitet, sodass auch YouTube TrueView-Kampagnen davon profitieren können. Werbetreibende können somit messen, welchen Einfluss Videoanzeigen auf die Anzahl der Besucher im Ladengeschäft haben.

Es ist sehr schnell zu erkennen, dass das neue Interface mehr als nur eine kosmetische Veränderung ist. Die Oberfläche beinhaltet viele funktionale Neuerungen, welche die Arbeit nicht nur nutzerfreundlicher machen, sondern auch neue Wege aufzeigen, die Kampagnen sowohl zu analysieren als auch zu justieren. Also nicht nur ganz schön, sondern auch ganz schön schlau.

 

Haben Sie schon weitere Gimmicks entdeckt? Und wie gefällt Ihnen das neue Interface? Lassen Sie uns gern ein Kommentar mit Ihren Erfahrungen da.

 

 

 

 

 

 

 

 

Michel Stindl

Veröffentlicht von Michel Stindl

Alle unsere Mitarbeiter sind AdWords-Spezialisten und setzen sich täglich mit viel Engagement für unsere Kunden und ihre Ziele ein. Dieser Beitrag wurde von Michel verfasst. Für seine Kunden übernimmt er jeden Tag den Aufbau der AdWords-Konten und das gesamte Kampagnen Management.

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