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Die zweite Chance nutzen – Remarketing in AdWords mithilfe von Analytics Listen

Laut der Studie „Understanding Shopping Cart Abandonment“ (Mai 2010) treffen nur 4% aller Seitenbesucher beim ersten Besuch einer Seite eine Kaufentscheidung. Daher sollten wir versuchen, uns bei unseren Seitenbesuchern wieder ins Gedächtnis zu rufen. Die Funktion, die uns Google hierfür bereitstellt, ist das Remarketing. Mithilfe des Remarketings werden unsere Seitenbesucher in Listen erfasst und durch Werbung gezielt wieder angesprochen.

Google bietet uns in AdWords zwei Möglichkeiten, um auf Remarketing Listen zurückzugreifen. Zum einen können wir in AdWords unter gemeinsamer Bibliothek und Zielgruppen direkt Remarketing Listen erstellen. Voraussetzung dafür ist das Hinterlegen des AdWords-Remarketing Tags auf unserer Seite. Die zweite Möglichkeit ist das Importieren der Remarketing Listen aus Google Analytics. Diese stelle ich Ihnen kurz vor.

Damit wir in Analytics das Remarketing nutzen können, müssen folgende Punkte erfüllt sein:

  • Das Analytics Tracking ist auf unserer Seite hinterlegt
  • Der Analytics Tracking Code enthält die Remarketing Funktion [für den Universal Analytics Code ist das ga(‚require‘, ‚displayfeatures‘);]
  • Das Remarketing ist in Analytics für die jeweilige Property aktiviert
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Abbildung 1: Remarketing in der Analytics Property unter Tracking-Information auf „ein“ stellen

 

Um die Remarketing Listen von Analytics in AdWords zu importieren, muss zudem unser AdWords-Konto mit dem Analytics-Konto verknüpft sein.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, können wir in Analytics Remarketing Listen anlegen. Dafür müssen wir unter Zielgruppen entweder eine vorgeschlagene oder eine nach bestimmten Regeln definierte Liste erstellen. Sehr nützliche Remarketing Listen, die sich nicht so einfach mit AdWords erstellen lassen, können etwa sein:

  • Großeinkäufer
  • Stammkunden
  • Quelle des Seitenbesuchers (z.B. organisch oder CPC)
  • Neue Seitenbesucher
  • Wiederkehrende Seitenbesucher

Beim Anlegen der Remarketing Listen ist zu beachten, dass die jeweilige Liste immer nur für das gewählte AdWords Konto gilt. Bereits bestehende Listen können nicht einfach in ein neues AdWords Konto importiert werden. Daher müssen für jedes AdWords-Konto eigene Remarketing Listen aktiviert werden.

Welche Vorteile hat das Remarketing in Analytics?

Die Remarketing Listen von Analytics bieten uns viele Möglichkeiten, über die AdWords nicht verfügt:

  • Wir können mehr Variablen für die Erstellung der Listen nutzen als in AdWords (z.B. der Umsatz der Käufer, Anzahl der Seitenbesuche, Sitzungsdauer)
  • Über die Importfunktion können wir vordefinierte Listen einfach importieren

Gerade die Importfunktion ist mithilfe der Google Analytics Solutions Gallery ein sehr praktisches Werkzeug. Viele wichtige Remarketing Listen sind dort als Pakete hinterlegt, so dass wir sie einfach importieren können. Wollen wir z.B. eine Remarketing-Liste für die unterschiedlichen Herkunftskanäle unser Seitenbesucher anlegen, importieren wir einfach das „Channels Pack“ der Analytics Solutions Gallery. Sehr interessant sind das „Engagement Pack“ und das „Ecommerce Pack“. In diesen befinden sich vordefinierte Listen für alle unsere Seitenbesucher gestaffelt nach Tagen, Häufigkeit des Seitenbesuchs, Häufigkeit des Einkaufs oder Höhe des Einkaufswertes. Mit diesen Listen können wir z.B. gezielt Remarketing für Käufer schalten, die bereits mehrere Male auf unserer Seite gekauft haben und damit zu unseren Stammkunden zählen. Da Stammkunden bei Shops meist den größten Anteil am Umsatz ausmachen, sollten wir sie gezielt durch Marketing wieder ansprechen. Wir können sie etwa durch Sonderkonditionen, Hinweise auf ein neues Sortiment oder nach Verbrauchszyklen an uns erinnern.

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Abbildung 2: Importieren des Ecommerce Pack über Analytics in ein AdWords-Konto

 

Grenzen des Remarketings von Analytics

Analytics bietet uns viele praktische Funktionen, um unsere Seitenbesucher zu segmentieren. Doch hat es auch seine Grenzen. Die wichtigste Einschränkung ist sicher, dass Analytics kein dynamisches Remarketing unterstützt. Damit können wir unseren Nutzern nicht ihre auf unserer Seite angeschauten Artikel im Remarketing präsentieren. Daher sollte immer das AdWords Remarketing Tag mit auf unserer Seite hinterlegt sein. Außerdem können wir die Remarketing Listen von Analytics, die mit demografischen und technischen Merkmalen sowie den Interessen unserer Seitenbesucher erstellt wurden, nicht für das Suchnetzwerk nutzen.

Was können wir mit den Listen anfangen?

Die meisten unserer Seitenbesucher treffen beim Ersten Besuch unserer Seite noch keine Kaufentscheidung. Die Remarketing Listen geben uns daher eine Zweite Chance, unsere Seitenbesucher von unseren Produkten und Leistungen zu überzeugen. Um unsere Seitenbesucher wieder anzusprechen, bietet uns Google verschiedene Kanäle an, in denen wir unsere erstellten Remarketing Listen nutzen können. Dazu zählen das Display Netzwerk, Youtube, Gmail, das Suchnetzwerk und Google Shooping.

 

Anregungen zur Nutzung der Remarketing Listen und von uns bewährte Vorgehensweisen in den verschiedenen Kanälen finden Sie beim Stöbern in unseren Blogbeiträgen. Über Ihre Erfahrungen und Fragen zum Remarketing freuen wir uns.

 

 

 

Carsten Minnecker

Veröffentlicht von Carsten Minnecker

Alle unsere Mitarbeiter sind AdWords-Spezialisten und setzen sich täglich mit viel Engagement für unsere Kunden und ihre Ziele ein. Dieser Beitrag wurde von Carsten verfasst. Für seine Kunden übernimmt er jeden Tag den Aufbau der AdWords-Konten und das gesamte Kampagnen Management.

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